Digitalisierung und Innovation in Kleinstfilialen: Der virtuelle Empfang der Raiffeisenbank in Burgdorf

Veröffentlicht von Meike Boj / 1. Juni 2015 / / 0 Kommentare

Ich erlebe es noch viel zu häufig, dass gerade im Bankwesen das Thema Digitalisierung mit der Nutzung sozialer Medien gleichgesetzt wird. Das macht es vielen Bankern leicht, digitale Lösungen als “zu bunt, zu verspielt und zu nutzlos” abzutun. Was aber die Raiffeisenbank Region Burgdorf aus eigener Initiative entwickelt hat, ist so ziemlich das Gegenteil. Es handelt sich um eine konkrete digitale Lösung für die Entwicklung und den Betrieb von kleineren Filialen.

Die Herausforderung von Kleinstfilialen

Verschiedene Banken beschäftigen sich mit der Frage, wie sie mit Kleinstgeschäftsstellen umgehen sollen. Diese Filialen zeichnen sich oft durch verschiedene Merkmale wie eine oftmals eher geringe Auslastung des Personals sowie erhöhte Organisations- und Koordinationsaufwände mangels personeller Kapazitäten aus.

Die Lösung der Raiffeisenbank Region Burgdorf

Am 17. Januar diesen Jahres eröffnete die Filiale Alchenflüh-Kirchberg der Raiffeisenbank Burgdorf nach dem Umbau ihre Pforten. Neben den zwei festen Mitarbeitern, die sich auf die Kundenberatung konzentrieren, wurde eine besonders interessante und innovative Lösung für die “Laufkundschaft” installiert. Hier hat die RB Burgdorf in Eigenregie eine Lösung zur virtuellen Beratung entwickelt. Die Technologie dafür und deren technische Umsetzung wurde von einem Architektenteam gemeinsam mit Hard- und Softwarelieferanten exklusiv entwickelt. Auf zwei lebensgroßen Monitoren wird der Kunde höflich begrüßt und bedient. Beide Flächen sind mit dem virtuellen “Beraterstudio” am Hauptsitz der Bank verbunden. Hier arbeitet Mary Ann Widmer, die erste „virtuelle“ Empfangsdame der Raiffeisenbank. Sie ist dafür ausgebildet, die wichtigsten Fragen der Kunden sofort zu beantworten, einfache Produkte zu erklären und Aufträge entgegen zu nehmen. Betritt ein Kunde die Filiale wird Mary Ann Widmer durch ein akustisches Signal und den Kamerabildern aus der Filiale informiert. Für ihre Beratung und den Kundenservice steht ihr eine Tabletlösung zur Demonstration der Produkte zur Verfügung. Während die virtuelle Beraterin auf dem rechten Monitor dargestellt wird, werden die Inhalte des Tablets auf die linke Oberfläche projiziert.

Fazit

Der Mut und die Lösung der Raiffeisenbank Region Burgdorf beeindruckt mich sehr. Auf eine moderne und digitale Art und Weise stellt sich die Bank den Herausforderungen der Kleinstfilialen. Das Projekt Raiffeisenbank Region Burgdorf ist ein Beispiel für die gesamte Bankenlandschaft. Meiner Meinung nach dürfte es für uns alle klar und eindeutig sein, dass dies erst der Anfang ist. Videoberatung wird sich aus meiner Sicht als festes Beratungsinstrument in unseren Bankenalltag integrieren.

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