Robo-Advisors: Investmenterfolg auf Knopfdruck

Veröffentlicht von Meike Boj / 27. Juli 2015 / / 1 Kommentar

Robo-Advisors

Der Vermögensverwalter der Zukunft ist eine ausgeklügelte Software. Sie ermittelt die Anlagebedürfnisse des Kunden in ein paar kurzen Fragen, checkt seine Risikobereitschaft und errechnet in wenigen Millisekunden eine Anlagestrategie, die aus einem Dutzend passiver Indexfonds auf den Aktien-, Renten- oder Rohstoffmarkt in bestimmten Abmischungen besteht. Gefällt dem Nutzer das Musterportfolio, kauft er es mit wenigen Mausklicks direkt beim angeschlossenen Broker.

Die Online-Vermögensverwalter nutzen dabei kostengünstige Exchanged Traded Funds, kurz ETF´s, die passiv ganze Indizes abbilden. Darüber hinaus sind Robo-Advisors durch die schlanken Strukturen in der Lage, vergleichbare Services traditioneller Privatbanken zu einem Bruchteil der Kosten anzubieten. Je nach Angebot werden die erstellten Portfolios laufend überwacht (Monitoring) und der neuen Marktlage angepasst (Rebalancing). Neben der kompletten Vermögensübersicht kann der Anleger den gesamte Auswahl- und Abschlussprozess auf seinem Smartphone tätigen.

Zwei Milliarden in fünf Jahren

Entstanden sind die cleveren Tools vor rund fünf Jahren in den USA. Betterment startete 2010 als First Mover in dieses Geschäftsfeld. Mit einem ersten Angebot der online-basierten Vermögensanlage sammelte der Gründer Jon Stein zehn Millionen Dollar im ersten Jahr ein. Inzwischen managt das Unternehmen das Vermögen seiner rund 85.000 Kunden in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar. Bereits 2011 folgte der Vermögensverwalter Wealthfront, der inzwischen ebenso groß ist. Charles Schwab und Vanguard befinden sich seit 2015 ebenfalls in den Reihen der Vermögensverwalter 2.0.

In Deutschland wird das Thema „Robo Advisors“ vor allem über Start-Ups gespielt. Anbieter wie Cashboard aus Berlin oder Vaamo aus Frankfurt bieten mit ihren einfach zu bedienenden Tools ebenefalls das Anlegen 2.0 an.

Fazit

Online-Vermögensverwalter haben mit ihren geringeren Kosten und der passiven Anlagephilosophie zwei starke Vorteile gegenüber der traditionellen (aktiven) Vermögensverwaltern. Aus meiner Sicht werden sich Online-Anbieter längerfristig immer stärker durchsetzen – vielleicht sogar in Kooperation mit Banken. Kurz- und mittelfristig wird die Kundenakquise für Online-Anbieter aufgrund der geringeren Bekanntheit und des fehlenden persönlichen Kontakts die größte Herausforderung sein. Bessere Chancen haben daher Mischformen, welche die Vorteile der Online-Plattformen mit zusätzlichen persönlichen Services wie telefonischer Beratung verbinden.

Kommentare

Ein Kommentar

Nachricht hinterlassen

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.