solarisBank – neuer Aufschwung für FinTechs?

Veröffentlicht von Anna Wößner / 9. Mai 2016 / , , / 0 Kommentare

Die Digitalisierung erleichtert den Start-Up Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich den Markteinstieg, sodass immer mehr FinTechs den Finanzmarkt aufmischen. Bisher hatten Banken jedoch den entscheidenden Vorteil, im Besitz einer Banklizenz zu sein, die den FinTechs  – noch –  fehlte. Die solarisBank ist ein neues Start-Up, dem die Banklizenz von der BaFin in einer Rekordzeit von acht Monate genehmigt wurde. Und das kam so:

FinTech FinLeap gründet eigene Bank:

Das FinTech FinLeap mit Sitz in Berlin greift Start-Ups bei dem Schritt zur Selbständigkeit unter die Arme. Diese werden von FinLeap mit bis zu 5 Millionen Euro Gründungszuschuss unterstützt  und erhalten außerdem Zugang zu neuen Investoren, Experten und anderen erfolgreichen Start-Ups. Das Team von FinLeap besteht aus erfahrenen Unternehmern, Finanz- und IT-Experten und unterstützt beim Aufbau neuer FinTech-Unternehmen. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren von FinLeap sind das weitreichende Know-how im Finanzbereich und die eigenen Start-Up-Erfahrungen des FinLeap-Teams.

Unbenannt

Quelle: https://www.finleap.com/

Die Idee für die Gründung der solarisBank entstand bei FinLeap, während der Suche nach geeigneten Banken zur Kooperation für seine Start-Ups. Allein aufgrund der regulatorischen Anforderungen ist fast jedes der schnell wachsenden FinTech Start-Ups gezwungen, eine Kooperation mit einer Bank einzugehen, um die neuartigen Apps und digitale Produkte auf dem Markt platzieren zu können. Dieses Hindernis räumte FinLeap mit der Gründung einer eigenen Bank aus dem Weg.

Geschäftsmodell der solarisBank:

Die solarisBank hat die Vision die Infrastruktur von Unternehmen zu digitalisieren und spezialisiert sich somit ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die die Digitalisierung weiter vorantreiben und in Technologien investieren wollen. Die solarisBank bietet eine Banking-as-a-Service-Plattform für digitale Unternehmen und FinTechs an, die  Payment Services, Banking Services und Add-on Services enthält und die jedes Unternehmen auf die eigenen Gegebenheiten anpassen und zusammenstellen kann. Den Unternehmen wird somit eine eigene Plattform angeboten, um neue Finanzdienstleistungen entwickeln und ihre Geschäftsmodelle modernisieren und ausbauen zu können.

Die Solaris-Plattform ermöglicht eine zeitnahe und flexible Implementierung der IT-Systeme und Banking Prozesse anhand von Schnittstellen oder API’s genannt, die jedes Unternehmen selbst auswählt. Viele Start-Ups im Finanzbereich sind bei der Entwicklung neuer Produkte auf Banken angewiesen, die die technologischen Voraussetzungen abbilden und die regulatorischen Anforderungen erfüllen können. Genau dieser Partner will die solarisBank sein und erhofft sich, dadurch eine Marktlücke zu schließen. Ziel ist es somit, für jedes neue FinTech als digitaler Partner mit Banklizenz ausgewählt zu werden. Auch die Gründerszene hat über diese besondere Start-Up-Gründung berichtet, den Artikel dazu finden Sie hier:

http://www.gruenderszene.de/allgemein/solarisbank-banklizenz-finleap

Ein Vorteil der solarisBank ist, dass das Management aus einigen, in der Bankenbranche bekannten, Experten besteht und bereits viel Erfahrung im Banking-Bereich hat. Des Weiteren ist sie die erste von einem FinTech gegründete Bank mit deutscher Vollbankenlizenz, die bereits mit einigen weiteren FinTechs zusammenarbeitet. Aufgrund dieser Alleinstellungsmerkmale erhofft sich die solarisBank als etablierter Partner von neuen FinTechs ausgewählt zu werden, da sie die Ansprüche der jungen Start-Ups genau kennt. Nun stellt sich natürlich automatisch die Frage, ob die FinTechs dadurch doch zu einer größeren Bedrohung werden als bis jetzt gedacht? Und wird den Banken dadurch die Chance der Kooperation mit neuen FinTech Start-Ups verwehrt?

Kommentare

Keine Kommentare

Nachricht hinterlassen

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.