Kurz notiert: bizplay – Der Gamification Kongress

Veröffentlicht von Thomas Hochfeld / 10. Oktober 2016 / , / 0 Kommentare

Letzte Woche durften wir zum ersten Mal die bizplay in Karlsruhe besuchen. Zum mittlerweile fünften Mal findet der Gamification-Kongress statt und lockt mit renommierten Speakern, interessanten Workshops und Teilnehmern aus vielen unterschiedlichen Bereichen zum Networken ein.

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Wie schon in dem ein oder anderen Blogbeitrag geschrieben, handelt es sich bei Gamification um die Einbeziehung von Spiele-Elementen in nicht spielerische Bereiche. Als Keynote Speakerin konnte Elizabeth Churchill (Director of User Experience bei Google, Mountain View, Kalifornien) gewonnen werden. Sie gab einen Eindruck, wie sie und ihr Team vorgehen, um Projekte aus Usersicht zugänglicher zu gestalten. Dazu werden drei unterschiedliche spielerische Ansätze verfolgt:

Word Play – Metaphors

„Playing with language can change your perspective on an problem or a product definition, and open thinking to new solutions“

Perspective Play – Ethnography

“Playing with perspective taking can counter congnitive tunneling and challenge abstracted use cases and personas”

Role Play – Immersion

“Playing with identity engages our emotions and our bodies and pushes the boundaries of what we are designing”

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Auch gab sie Einblicke in den Entscheidungsprozess, der gerade bei neu zusammengestellten Teams oder Teams mit voreingenommenen Meinungen sinnvoll ist. Dazu nimmt jeder im Team eine der fünf Perspektiven ein: Idea Generator, Optimist, Pessimist, Technical feasibility, User Advocate. Wie in einem Rollenspiel wird die Entscheidung dann aus dieser Sicht diskutiert. Einen sehr spannenden Vortrag über das Thema Veränderung und Anpassung machte auch iPad Magier Simon Pierro. „Als Youtube-Videos und hochauflösende Kameras aufkamen, hatten viele Kollegen Angst, dass nun alle Tricks aufgedeckt werden würden“.  Für sich selbst sah er darin aber eine große Chance und ein Alleinstellungsmerkmal. Daher dient nun das iPad als Medium für seine einzigartigen Zaubertricks. Youtube nutzt er für sich als Plattform, um seine Tricks schnell einer großen Anzahl an Usern zugänglich zu machen. Dass sich dies für ihn ausgezahlt hat, beweisen nicht nur seine Auftritte u.a. im amerikanischen Fernsehen, die dadurch auf ihn aufmerksam geworden sind.

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Wie sich der Europapark / Mack Media dem Thema widmet, erklärte Steffan Kottkamp, Executive Manager Mack Media / Europa-Park GmbH & Co. KG, anhand vieler praktischer Beispiele. „Digitale und analoge Welt verbinden“ ist hier das Motto.  Dabei skizzierte er ausführlich, wie man es durch eine offene Herangehensweise geschafft hat, neue Geschäftsfelder neben dem Parkbetrieb und der Coasterfabrik  zu erschließen. Außer der Eigenmarke „Coastiality“ (Virtual Reality in der Achterbahn), lizensiert Mack Media auch Spiele und Filme weltweit an andere Freizeitparks und fährt damit seinen Aussagen zu Folge auch gute Erträge ein.

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Dass das Thema Gamification kein Nischenthema ist, konnte man am Abschlussvortrag erkennen. Diesen hielt Bernd Schlömer, Regierungsdirektor, Bundesministerium der Verteidigung. Sein Vortrag behandelte das Thema: „Bundeswehr und Digitalisierung – Chancen und Potenziale bei der Nutzung von Serious Games im Aufgabenspektrum öffentlicher Sicherheit“. In diesem Zusammenhang wurden aber auch kritische Fragen gestellt, gerade, wenn es um den Umgang der Bundeswehr mit Shootern geht.

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Festzuhalten ist, dass die Veranstaltung gezeigt hat, dass Gamification in vielen unterschiedlichen Bereichen schon Einzug gefunden und Interesse geweckt hat. Dennoch bleibt die Nutzung „trotz stetig wachsender technologischer Mittel“ weit hinter den Erwartungen zurück, so Ralph Stock (Managing Director, Promotion Software GmbH, Tübingen & Serious Games Solutions, Potsdam).

Seit 2011 berichten wir in diesem Blog schon über das Thema Gamification. Wir zeigen auf, mit welchen Lösungsansätzen sich Mitbewerber dem natürlichen „Spieltrieb“ der Kunden widmen und machen uns Gedanken darüber, wie man es bei uns einsetzen kann. Doch leider konnten wir bisher unseren IT Dienstleister nicht dazu inspirieren 😉
Linktipps:

Die App des Lebens

Gamification – Auf dem Weg zu „sexy“ Bankprodukten?

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