Arbeiten 2.0

Veröffentlicht von Ramona Westermann / 16. November 2016 / , , / 0 Kommentare

Wie hat sich die Arbeitswelt verändert? Was ist Arbeiten 2.0? Was erwarten die Mitarbeiter von ihrem Unternehmen? Wie kann das Unternehmen den Erwartungen der Mitarbeiter gerecht werden?

All diese Fragen möchte ich in meinem Blogbeitrag aufgreifen und thematisieren.

Die Gesellschaft hat sich von einer Industrie- in eine Wissensgesellschaft geändert. Die Vernetzung ist zentral und notwendig, um mit der Entwicklung von Märkten und Fachwissen Schritt halten zu können. Oft ist die unternehmerische Tätigkeit nicht nur auf ein Land begrenzt. Kooperationspartner, Kunden und Zweigstellen verteilen sich auf die ganze Welt. Demnach ist die Vernetzung innerhalb des Unternehmens, aber auch unternehmensübergreifend wichtig.

Im Zuge der Digitalisierung müssen sich Unternehmen wandeln. Sie müssen offener und flexibler werden. Strenge Hierarchien und lange Entscheidungswege sind kontraproduktiv in der „schnelllebigen Welt“. Das Fachwissen und die Meinungen der Mitarbeiter können über soziale Technologien, wie Blogs, Wikis, Communities, Prognosemärkte kommuniziert werden. Kooperation und Koordination sind wichtige Wege um Unternehmensziele zu erreichen.

Auch die Volksbank Bühl hat eine interne Plattform eingeführt, auf die jeder Mitarbeiter Zugriff hat. Auf dieser Plattform stehen Erfahrungs-, Informations- und Wissensaustausch an oberster Stelle. Jeder Mitarbeiter kann dort seinen eigenen Themen folgen oder sich in Gruppen einbringen, die ihn interessieren und betreffen. Es können Teamräume gebildet werden. Darüber hinaus wird das Ideenmanagement auf dieser Plattform abgebildet.

Gerade im digitalen Zeitalter sind leistungsfähige und qualifizierte Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg. Daher stellt sich die Frage, was die Mitarbeiter von den Unternehmen erwarten und wie die Unternehmen auf diese Erwartungen und Herausforderungen reagieren können.

Laut der Studie Bewerbungspraxis 2014, die vom Centre of Human Resources Information System veröffentlicht wurde, wünschen sich Mitarbeiter mehr Flexibilität. Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, die Arbeitszeiten stärker den Mitarbeiterbedürfnissen anzupassen um im War for Talents bestehen zu können. Unternehmen wie Netflix beherzigen diesen Wunsch bereits, denn die Netflix-Angestellten arbeiten im Prinzip wann und so lange wie sie wollen. Den Mitarbeitern werden Projektziele vorgegeben, welche zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden müssen. Das Projektziel enthält aber keine Anzahl von Arbeitsstunden. Unter Flexibilität wird aber auch die Arbeit von zu Hause verstanden. 85,5% der Befragten wünsche sich von zu Hause zu arbeiten, wobei nur 40% von ihnen diese Möglichkeit haben. Die flexible Arbeitsplatzgestaltung wird meiner Meinung nach eine der Schlüsselherausforderung zu Zeiten des Fachkräftemangels sein.

Eine weitere Studie von StepStone zeigt, dass Mitarbeiter, die sich im Unternehmen wohlfühlen, motivierter und leistungsfähiger sind. Die StepStone Umfrage ergab, dass 84% der „glücklichen Arbeitnehmer“ mit größerer Wahrscheinlichkeit zur Arbeit gehen würden, wenn sie sich leicht krank fühlen. Darüber hinaus sind bei Unternehmen, die aktiv für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz arbeiten, die Arbeitnehmer eher bereit, sich Veränderungen von Arbeitsbedingungen anzupassen. Der Schrei nach einer adäquaten Work-Life-Balance ist nachvollziehbar, da wir die Hälfte unserer Lebenszeit mit Arbeiten verbringen. Wer viel arbeitet, will sich natürlich auch wohlfühlen. Dazu sollen Rückzugsorte, wie ein Aufenthaltsraum dienen. Auch Extra für Pausengestaltung, wie z.B. ein Tischkicker sind willkommen. Größere Firmen leisten sich zum Teil auch Ruheräume, damit nach einem Powernapping noch bessere Ergebnisse erzielt werden können. Ausgleichende Freizeitangebote und gesundheitsorientierte Arbeitsplätze tragen ebenfalls zum Wohlbefinden und somit zur Leistungssteigerung der Mitarbeiter bei. Unter gesundheitsorientierte Arbeitsplätze wird auch die gesunde Ernährung verstanden. Hochwertiges Mittagessen verhindert das Leistungsloch am Nachmittag. Kostenloses frisches Obst und Gemüse, sowie Getränkenachschub sind bei einigen Unternehmen schon Standard.

Die Generation Y fordert, dass Unternehmen die Leistungen der Mitarbeiter nicht nur mit Geld belohnen. Lohn und Gehalt motivieren die Mitarbeiter nur kurzfristig. Vielmehr sollten die Leistungen und das Engagement mit anderen Anreizen belohnt werden. Beispiele hierfür können Incentives, ein paar Tage Extra-Urlaub oder auch eine kleine Reise sein.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass Unternehmen sich auf die Digitalisierung und Vernetzung einstellen und diese gezielt nutzen. Mitarbeiterbindung und -gewinnung sind in Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger denn je. Auf die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter sollte jedes Unternehmen individuell nach seinen Gegebenheiten und Möglichkeiten eingehen.

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