Die Arbeitswelt der digital economy – Neugier als neuer Wettbewerbsfaktor

Veröffentlicht von Anna Wößner / 21. November 2016 / , , , / 0 Kommentare

Angesichts ständig wachsender Kundenbedürfnisse und der technologischen und regulatorischen Anforderungen besonders an Banken, ist es nicht länger die Frage, ob Financial Services sich verändern müssen, sondern wie schnell. Und wie viel Verantwortung hierfür auf die eigenen Mitarbeiter entfällt. Damit einher geht zum einen die Notwendigkeit neue Fähigkeiten und Kenntnisse zu erlernen, zum anderen aber auch neuartige Wege zu finden, wie Mitarbeiter für die unternehmerische Tätigkeit gewonnen und begeistert werden können.

Zahlreichen etablierten Unternehmen fällt es jedoch immer noch schwer bahnbrechende Innovationen zu tätigen. Die Schwierigkeit besteht oft darin, diese Innovationen in die bestehende Organisation, Strategie und Kultur des Unternehmens zu integrieren. Hierfür werden Mitarbeiter mit einem offenen Geist benötigt, da enge Vorstellungsgrenzen und eine feste tägliche Routine eher hinderlich sind. Die Arbeitswelt 2.0 ist geprägt von Teamwork, unterschiedlichen Netzwerken und einem schnellen Perspektivenwechsel. Die eigenen Mitarbeiter sollen hungrig nach Neuem und zusätzlich in der Lage sein, ihr Wissen auf die unternehmerischen Prozesse zu adaptieren.

Neugier und Produktivität als Faktoren des digitalen Arbeitsplatzes

In den letzten Jahren entwickelte sich neben der wachsenden Innovationsforschung auch die Neugierforschung. Zwischenzeitlich ist Neugierde messbar, beispielsweise durch den WORC-Test (Work Related Curiosity Scale). Dieser Test ist speziell für den Einsatz in unternehmerischen Strukturen entwickelt worden und stellt anhand von unterschiedlichen Fragen und einer Selbsteinschätzung einen Zusammenhang zwischen dem arbeitsrelevantem Verhalten und der menschlichen Neugier her. Das Ergebnis dieser Forschung zeigt, dass das Neugierverhalten der Mitarbeiter entscheidend für den Erfolg und die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ist. Mit Hilfe dieses Tests kann eine Aussage über die Neugier der Mitarbeiter in einem Unternehmen getroffen werden. Ein weiterer Anwendungsbereich kann auch in der Akquirierung neuer Mitarbeiter liegen. Bereits ab 2020 wird sich laut einer Veröffentlichung von PwC die Zusammensetzung der Belegschaft und die Art, wie diese rekrutiert, organisiert und belohnt wird deutlich von der heutigen Zeit unterscheiden. Hierbei ist die entscheidende Frage, wie sichergestellt werden kann, dass das Unternehmen das Humankapital hat, das für den angestrebten Erfolg benötigt wird. Die Herausforderung ist dabei nicht nur sicherzustellen, dass die passenden und auf das Unternehmen zugeschnittenen Prozesse und Strukturen vorhanden sind, sondern auch zu beurteilen, welche Rolle die eigenen Mitarbeiter spielen werden, da sie zunehmend erforderlich sind, um neben aber auch vor allem mit den bereits automatisierten Vorgängen und Prozessen zu arbeiten. Um dieses Potenzial zu verwirklichen, ist ein Umdenken in der Rollenstruktur, der vorhandenen Verantwortlichkeiten und Denkweisen erforderlich.

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Quelle: http://www.pwc.com/hc2020

 

Neugierkultur als Voraussetzung für Innovationen

Dieses Thema ist ebenfalls wichtiger Bestandteil der Studie „Neugier-Management – Treibstoff für Innovationen“ des Zukunftsinstituts. Aus dieser Studie geht hervor, dass die Neugier eine fundamentale Eigenschaft darstellt, um eine Grundlage für Innovationen zu schaffen. Jede erfolgreiche Unternehmensgründung hat ihren Ursprung in der Neugier ihrer Gründer. Bei jeder Innovationsinitiative werden oft die nicht vorhandene Kreativität oder der fehlende Wille die Veränderung durchzusetzen als Gründe genannt, wieso die Innovationen schlussendlich ins Leere laufen. Dies führt zu dem Schluss, dass für jede Neuerung oder Weiterentwicklung Mitarbeiter gebraucht werden, die lernen wollen, die den kommenden Veränderungen positiv gegenüberstehen und bestehende Prozesse hinterfragen.

Um nun eine Neugierkultur erfolgreich im Unternehmen zu implementieren, bedarf es den richtigen Rahmenbedingungen. Laut dieser Studie ist die Neugier bei den Mitarbeitern abhängig davon, wie viele Freiräume zum selbstständigen Arbeiten und zum Transfer in Teams ermöglicht werden. Auch müssen demnach den Mitarbeitern individuelle Weiterentwicklungsmöglichkeiten angeboten werden, um den Bezug zur persönlichen Lebensgestaltung herzustellen und die Neugier zu erhalten oder sogar weiter zu fördern. Diese Themen spielen besonders vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Automatisierung eine elementare Rolle, da die Schlagwörter künstliche Intelligenz, Robo Advisors und digitised systems in den meisten Unternehmen bereits präsent sind. Aus diesem Grund liegt eine wichtige unternehmerische Aufgabe darin, die Mitarbeiter weiter als Schlüsselrolle und wichtigster Erfolgsfaktor zu sehen und die nötigen Voraussetzungen, wie die Schaffung von individuellen Freiräumen und einer Neugierkultur, zu ermöglichen.

 

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