Die Luft wird spürbar dünner in der deutschen Startup-Szene. Gründer aus ganz verschiedenen Branchen haben mit zunehmendem Konkurrenzaufkommen zu kämpfen, viele auch mit einer drohenden Insolvenz. Tape.tv, Bonagora, Kulinado und Vendomo sind nur einige Beispiele für junge Unternehmen, die in der letzten Zeit von der digitalen Bildfläche verschwunden sind.

Auch im Bereich der Financial Services gab es einige überraschende Wendungen. Das Berliner Startup Cookies, eine Art Messenger mit Überweisungsfunktion, steht vor der Insolvenz. Auch bei Avuba ist der Plan, die eingeleitete Insolvenz zur Selbstreinigung zu nutzen, nicht aufgegangen. Die Restrukturierungsmaßnahmen sind gescheitert und die Avuba-App wird laut Geschäftsführung zum 30. Januar 2017 geschlossen. Doch dies gilt noch lange nicht für alle Startup-Unternehmen. Konkurrenten mit ähnlichen Lösungen, wie figo, finanzblick oder auch Centralway Numbrs sind immer noch im Rennen. Gerade Letzterer vergrößerte zuletzt seinen Tätigkeitsbereich und meldet sich nun mit einer neuen mobilen Finanzplattform zurück:

Centralway Numbrs, eine Banking App, zum Beispiel verspricht ihren Kunden eine einfache und sichere Verwaltung ihrer Finanzen und wirbt mit dem Slogan „eine App. Alle Banken“. Sie hält sich schon länger standhaft auf dem Markt und bietet ab sofort auch einen mobilen Store für Finanzprodukte an. Zusätzlich zur bereits bestehenden Banking App steht nun der Numbrs Store den Kunden zur Verfügung. Damit können Nutzer mit ihrem Smartphone ein Girokonto eröffnen, Kredite beantragen oder Versicherungen abschließen und erhalten dafür passende Angebote von führenden deutschen Banken. Mit Hilfe eines Live-Chats erhalten Neukunden Unterstützung beim Ausfüllen von Antragsformularen im jeweiligen Vorgang. Eigene Produkte werden von der Centralway Numbrs AG jedoch nicht angeboten, da der Fokus auf die Entwicklung der führenden Mobile Banking App gelegt wird.

Quelle: https://www.centralway.com/de/numbrs/store-and-chat

 

Dieser Store soll auch für Banken und Finanzinstitute ganz neue Vertriebswege eröffnen. Gegenüber Banken wirbt Centralway Numbrs damit, dass sie ihre Finanzprodukte ganz einfach im Store über bereits bestehende APIs anbieten können. Zudem erhalten sie Zugang zu den Kunden dieser App, die laut Anbieter im Schnitt vermögender und jünger sind als der durchschnittliche Bankkunde. Um die eigenen Angebote weiter optimieren zu können, wird den Banken außerdem eine automatisierte Auswertung ihrer Verkäufe zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe dieser Daten sollen sie dann im nächsten Schritt ihre Produkte und Kundenansprache einfacher verbessern können. Dadurch werden den Finanzinstituten neue Möglichkeiten zur Kooperation mit Financial Services Anbietern eröffnet.

Denn Ergebnisse einer Umfrage mit dem Thema „Top 10 Retail Banking Trends and Predictions for 2017“ zeigen, dass eine Zusammenarbeit zwischen Bank und Fintech eine immer höhere Priorität hat. Bei dieser Studie wurden im sechsten Jahr in Folge über 100 globale Finanzdienstleister zu ihren Erwartungen für das Retail Banking und die Banking Trends im kommenden Jahr befragt. Demnach sind 29 Prozent der Befragten der Meinung, dass eine Zusammenarbeit zwischen Banken und Fintech-Unternehmen unumgänglich ist und somit den 5. Platz der Top 10 Trends für 2017 belegt:

Quelle: https://thefinancialbrand.com/62858/2017-top-banking-trends-predictions-forecast-digital-fintech-data-api/

Der Numbrs Store bietet für eine solche Kooperation zumindest eine gute Grundlage, da er laut Unternehmensangaben ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells von Centralway Numbrs werden soll. Die durch den Store generierten Einnahmen sollen dem Fintech-Unternehmen dabei helfen, seine App weiterhin kostenfrei anzubieten und neue Märkte erschließen zu können. Des Weiteren soll das stetige Wachstum des Unternehmens durch den Store gesichert werden. Abschließend bleibt die Frage, ob der Numbrs Store diese Erwartungen erfüllen kann und wie er bei den zukünftigen Nutzern ankommt.

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Von | 2017-07-10T15:36:39+00:00 13. Januar 2017|Online- & Mobile Banking|0 Kommentare

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Anna Wößner
Controlling & Rechnungswesen bei der Volksbank Bühl /// Bachelor of Arts, Fachrichtung BWL Bank

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