Augmented Reality erobert den Social Media und Banking Bereich

Veröffentlicht von Anna Wößner / 2. Mai 2017 / , , / 0 Kommentare

Auf der diesjährigen Developer Konferenz F8 wurde deutlich, dass das Thema Virtual Reality von Facebook in nächster Zeit noch stärker fokussiert wird und einen großen Stellenwert einnehmen wird. Doch entgegen aller Spekulationen gab es keine Präsentation einer neuen VR-Brille, sondern das Thema Augmented Reality stand im Vordergrund. Als Augmented Reality (AR) wird eine computerunterstützte Wahrnehmung bezeichnet, bei der die Realität visuell erweitert werden kann. Der maßgebliche Unterschied zwischen Augmented Reality und Virtual Reality besteht darin, dass bei Virtual Reality keine realen und virtuellen Elemente kombiniert werden, sondern der Nutzer komplett von der realen Welt abgeschottet wird.

Ein frühes bekanntes Beispiel für AR ist das Helmvisier von Kampfpiloten. Hier werden dem Piloten nützliche Informationen eingeblendet, während dieser auf seine normale Umgebung blickt. Immer mehr Firmen und App Hersteller setzen aus diesem Grund auf AR Anwendungen, um ihre Produkte noch einfacher und flexibler zu gestalten. Durch die Einbindung von AR kann auch bei Wearables, wie Google Glasses oder Smartwatches, die Interaktion zwischen Mensch und Gerät vereinfacht werden.

Facebook stellte bei der Konferenz noch keine eigene Augmented Reality Brille vor, doch das Unternehmen möchte AR mit Hilfe des Smartphones revolutionieren. Auf einer Plattform soll dabei die Kamera des Smartphones anfänglich für einfache Effekte genutzt werden. Dabei können beispielsweise die Gesichter der Personen live verändert oder Effekte hinzugefügt werden. Die passende Plattform startete vor einigen Tagen in die Beta Phase. Facebook veröffentlichte auch direkt zwei Tools, AR Studio und Design-Studio, die den Nutzern bereits das Erstellen eigener Inhalte ermöglichen: 

       

Quelle: https://www.facebook.com/fbcameraeffects/home/#frameStudio

Umsetzung Facebook Spaces

Bereits letztes Jahr stellte Facebook auf der F8 eine VR-Anwendung vor, die Facebook Mitglieder in die Virtual Reality befördert. Dieses erste VR-Produkt heißt Facebook Spaces und steht den Nutzern nun zur Verfügung.

Hierbei wird aus echten Bildern sofort ein passender, visueller Avatar erstellt, der jedoch jederzeit auch den eigenen Vorstellungen entsprechend angepasst werden kann. So können Nutzer beispielsweise eine selbst gezeichnete Fliege oder Krawatte direkt an den Avataren anbringen. Aktuell ist das Betreten der virtuellen Welt jedoch stark begrenzt, da die Anwendung lediglich das Treffen von drei Personen ermöglicht.

Auch im Banking Bereich zeigt ein Blick über die Grenzen, dass es bereits einige Experimente von Banken gibt, um diese Technologie einsetzen zu können:

Immobilienkauf

Die australische Bank Commonwealth nutzt Augmented Reality im Bereich der Immobilienvermittlung, um ihren Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten zu können. Mit Hilfe ihrer App wird es Interessenten ermöglicht, visuell durch gewünschte Straßen zu „gehen“ und zu schauen, welche Häuser zum Verkauf stehen. Außerdem werden gleichzeitig weitere Informationen, wie z.B. das Datum der Verfügbarkeit der Immobilie oder der Kaufpreis angezeigt. Die Kreditvergabe und häufig auch die Immobilienvermittlung bilden das Kerngeschäft von Banken ab, sodass es sinnvoll ist, eine solche Technologie in diesem Bereich einzusetzen, um das digitale Image einer Bank weiter voranzutreiben. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sich der Kunde länger und intensiver mit der Bank und ihren Produkten auseinandersetzen wird.

Finanzmanager für die Kreditkarte

Bereits seit einiger Zeit bieten Banken ihren Kunden die Nutzung eines Finanzmanagers an, um Einnahmen und Ausgaben besser im Blick zu haben und mehr Transparenz über die finanzielle Situation zu erhalten. Die neuseeländische Bank Westpac versucht diesen Service mit Hilfe von AR im Bereich der Kreditkartenausgaben zu erweitern und die Kreditkarte damit buchstäblich zum Leben zu erwecken. Häufige Fragen zum getätigten Zahlungsverkehr über die Kreditkarte, aber vor allem für welchen Zweck das Geld ausgegeben wurde, sollen mit der App einfach und schnell beantwortet werden. Wird die Kreditkarte durch das Smartphone betrachtet, werden Informationen zu den letzten Zahlungen in 3D angezeigt und so aufbereitet, dass auf einen Blick ersichtlich ist, für was das Geld benutzt wurde.

Der Lösungsansatz von Westpac ist noch kein ausgereiftes Anwendungsbeispiel, aber eine einfache Möglichkeit, um im Anfangsstadium mit Augmented Reality im Bankenbereich zu experimentieren.

Diese Beispiele zeigen, dass die Anwendungsbereiche von AR keine Grenzen kennen und lediglich ausreichend Fantasie und Mut benötigt werden, um sie für unternehmerische Zwecke zu nutzen. Auch wenn die Technologie, die hinter AR steckt, noch ganz am Anfang steht, ist es doch interessant zu sehen, wie einfach sie eingesetzt werden kann. Abschließend steht auf jeden Fall fest, dass AR wunderbare Möglichkeiten besitzt, sich von Wettbewerbern abzuheben und sich als innovativer Geschäftspartner auf dem Markt zu platzieren.

 

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