Über den Trend der Chatbots und deren Einsatzgebiete haben wir in unserem Blog schon mehrfach berichtet. Zuletzt hat sich meine Kollegin Ramona Westermann mit ihrem Beitrag „Künstliche Intelligenz macht Chatbots nützlich“ dem Thema angenommen. Nachdem dann das Magazin t3n im März den Artikel „Chatbot erstellen leichtgemacht – mit der Plattform Dexter“ veröffentlicht hat, war es an der Zeit, es einfach mal selber auszuprobieren. Der Artikel beschreibt den Weg zum eigenen Chatbot-Prototypen, der dann doch nicht ganz so leicht war.

Wie in dem t3n-Artikel empfohlen, habe ich die Plattform Dexter (www.rundexter.com) ausprobiert. Der Bot ist recht simpel aufgebaut. Man gibt an, auf welche Nutzerfrage bzw. welches Wort er wie reagieren soll und hat außerdem die Möglichkeit, Menüs auszugeben bzw. den Usernamen aus dem Facebookprofil auszulesen.

Um den Bot mit Inhalten zu befüllen, habe ich unsere Crowdfunding FAQs genommen.

Was sich relativ schnell herauskristallisiert hat ist, dass eine Nutzerführung mit diesem Tool sehr schwierig ist. Dexter baut auf einem simplen „Eingabe-Antwort-Spiel“ auf. Dies funktionierte aber im Facebook Messenger tadellos.

Im Rahmen einer Azubi-Schulung zu dem Thema „Digitale Trends“ habe ich den Bot als Ausblick kurz vorgestellt, hier schon mit dem Hinweis, zukünftig Themen wie Online-, Mobile-Banking und TAN-Verfahren einzupflegen. Das Feedback war sehr positiv. Somit habe ich mich mit dem Thema etwas mehr beschäftigt und bin auf den Dienst Botsify gestoßen.

Eines merkt man beim Starten von Botsify sofort – man hat wesentlich mehr Möglichkeiten. Dies führt aber auch dazu, dass man sich im Vorfeld mehr Gedanken machen muss: Wie führe ich meine Nutzer? Wie baue ich die Menüs auf? Was passiert, wenn der Nutzer den von mir vorgegebenen Weg verlässt?

Botsify arbeitet hier mit Stories – in meinem Beispiel habe ich drei Stories angelegt, zu den Themen Online-, Mobile-Banking und TAN-Verfahren. Wenn ein Nutzer nun mehr zu den TAN-Verfahren erfahren möchte, erhält er zuerst einen Überblick über unsere vorhanden TAN-Verfahren. Dann hat er die Möglichkeit, sich näher über das für ihn interessante Verfahren zu informieren oder seine konkreten Fragen zu stellen – z.B. „Was kostet es?“ „Wo kann ich die App downloaden?“.

Hier gibt es dann wiederum mehrere Möglichkeiten, wie der Bot reagiert. Er kann auf den eingegebenen Satz reagieren, was ich persönlich aber nicht empfehlen würde, da die Fragestellung je Nutzer immer unterschiedlich ausfallen kann – z.B. „Was kostet es?“ – „Was kostet das Verfahren?“ – „Welche Gebühren fallen an?“ – oder auch einfach nur „Kosten“. Interessant ist hier die Möglichkeit in Botsify sogenannte „Entities“ anzulegen. Anhand eines Beispieles wird der Vorteil deutlich: Ein Nutzer möchte Informationen zu VR-SecureGo haben. Doch es ist nicht gesichert, dass der Nutzer den Begriff immer genau so schreibt. Mit der Entity „Begriff VR-SecureGo“ (siehe Screenshot) kann man die unterschiedlichen Schreibweisen oder auch komplett andere Bergriffe („Push-TAN“) definieren, die zum gewünschten Ergebnis führen.

Ein weiterer Vorteil von Botsify ist, dass man sehen kann, welche Fragen Nutzer gestellt haben, die nicht zugeordnet werden konnten. Somit kann man den Bot immer weiter „anlernen“. Nachteilig an dem Dienst fand ich allerdings die Übersichtlichkeit, wenn ich mehrere Stories mit vielen Inhalten aufbaue.
Um den Bot im Facebook Messenger einzurichten benötigt man außerdem ein Facebook Developer Konto. Dies besitze ich, aber Facebook fordert einen auf, die einzelnen Dateien zur Prüfung einzureichen und mit Screenshots alles detailliert zu dokumentieren.

Aufgrund der gesammelten Erfahrungen mit der Ausgabe des Bots und auf der Suche nach einer übersichtlicheren Strukturierung der Inhalte, bin ich bis heute bei Sequel hängengeblieben. Wie in den Screenshots zu sehen, gibt es mehrere Stories. Sie sind ähnlich wie ein Baumdiagramm aufgebaut und können untereinander verzweigt werden.

Im ersten Schritt erfolgt die Begrüßung des Nutzers mit der Abfrage des Namens. Dies ist nicht zwingend nötig, mir gefällt aber die persönliche Ansprache des Bots auch im weiteren Dialog ganz gut. Danach springt der Bot automatisch in die nächste Story, das Hauptmenü. Dieses Hauptmenü ist dann auch der Dreh- und Angelpunkt des Bots. Sollte ein Nutzer sich ausreichend zu einem Thema informiert haben, landet er wieder hier bzw. kann jederzeit hierhin springen. Aber auch hier gilt wie schon bei Botsify: Man sollte sich im Vorfeld genau darüber Gedanken machen, wie die Struktur aufgebaut sein soll. Der Umbau der Struktur im späteren Verlauf ist aus eigener Erfahrung doch aufwändig.

Um den Bot zu testen gibt es zwei Möglichkeiten. Wie schon bei Botsify, kann man das direkt in der Software machen (siehe Screenshot). Wenn man allerdings mit Menüs/Buttons arbeitet, leidet die Übersicht etwas. Deshalb habe ich recht schnell die Möglichkeit genutzt, den Bot auch über den Messenger Telegram zu testen. Das geht dank der wirklich guten Beschreibung bei Sequel ohne Problem.

Momentan arbeite ich daran, immer mehr Inhalte einzupflegen und dem Bot beizubringen, wie er auf Eingaben des Nutzers reagiert, während dieser sich in einer Story befindet. Aktuell bereitet dies noch ein paar Probleme. Aber dafür macht die Arbeit daran sehr viel Spass!

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick geben und vielleicht versucht sich der ein oder andere auch mal an einem eigenen Chatbot.

 

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Von | 2017-06-26T15:55:23+00:00 26. Juni 2017|Innovationen|0 Kommentare

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Thomas Hochfeld
Online-Management bei der Volksbank Bühl /// Bankkaufmann mit Zusatzqualifikation Finanzmanagement +++ Online-Marketing-Manager (IHK) +++ Internet-Publisher (SGD)

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