Den Kunden heute mehr bieten, das wollen derzeit alle. Jeder hofft auf eine genial attraktive Idee, um den veränderten Erwartungen und dem wachsenden Anspruchsverhalten der Kunden gerecht zu werden. Besserer Service, smarte Customer Experiences und innovative Leistungen stehen auf der Agenda. Gerne greife ich auf einen Blogartikel von Hansjörg Leichsenring zurück, der 12 Dinge zum Besten gibt, die Kunden konkret von ihrer Bank erwarten. Zwei Dinge sind „Begeistere und überrasche mich“ sowie „Belohne mich“. Kunden wollen von ihrer Bank überrascht werden, z.B. durch unerwartete Serviceleistungen und spüren, dass die Bank sich darüber Gedanken macht, wie sie ihre Kunden begeistern kann. Zudem erwarten Kunden eine sogenannte Gegenleistung bezüglich der zur Verfügung Stellung ihrer Daten. (Siehe Artikel auf „Der Bank Blog“)

Vielleicht hat die Plattform VR-ExtraGeld+ (Arbeitstitel) genau dieses Potential. Zumindest wird die Idee nach ersten Testläufen weiterverfolgt. Im Innovationlab der DZ BANK als Proof of Concept im Februar gestartet, hat sich VR-ExtraGeld+ bis heute zu einem Konzept mit Zukunft gemausert. Seit Anfang an sind wir als Pilotbank in die Entwicklung miteinbezogen und haben uns nun selbst temporär als Händler mit höherwertigen Gutscheinen für unsere Kunden und Mitglieder anschließen lassen. Aber von Anfang an 😉 …

Die Idee:
VR-ExtraGeld+ ist eine Anwendung, die Kunden einer Volksbank Raiffeisenbank perspektivisch die Möglichkeit bieten soll, ihre Geldeingänge in höherwertige Gutscheine umzuwandeln.

Die Anwendung wurde von unserer genossenschaftlichen Zentralbank, DZ BANK AG in Kooperation mit dem Fintech OptioPay entwickelt. Mit ihr sollen die VR-Banken ihren Kunden zukünftig einen Mehrwert zum Girokonto bieten können, indem Zahlungseingänge in höherwertige Gutscheine renommierter überregionaler und lokaler Partner umgewandelt werden können.

Bei einem bestimmten Geldeingang auf seinem Girokonto, wie z.B. eine Dividende, wird der Kunde informiert und darauf hingewiesen, seine Einzahlung direkt in einen höherwertigen Gutschein umzutauschen. Es gibt keinen einheitlichen Mehrwert, den die Partner zur Verfügung stellen, sondern jeder Händler entscheidet selbst, wie viel Prozent er als Up-Lift gewährt. An einem Beispiel festgemacht, kann ein Kunde eine Einzahlung von 100 Euro bei einem Partner, der einen Up-Lift von 20% gewährt, 120 Euro als Gutscheine erhalten.

Der Händler kann sich über einen direkten Umsatz und einen sicheren Kunden freuen und die VR-Bank verdient in diesem Moment eine Umsatzprovision.

Die Ziele:
Ziel ist ist es von Anfang an VR-ExtraGeld+ so zu platzieren, dass eine höchstmögliche Eintauschrate erreicht und die Seriosität der anbietenden Bank weiter gewahrt wird. Ein weiterer Baustein in der Zieldefinition ist das Thema „Regionalität“. Die regionale Verwurzelung der genossenschaftlichen Finanzgruppe soll sich auch auf der Plattform widerspiegeln und war zu jeder Zeit maßgebend für weitere Entwicklungsvorstoße. Deshalb wird angestrebt, VR-ExtraGeld+ auch für regionale Händler zu öffnen, sobald es ins Roll-Out geht.

Die Pilotierung:
Die Idee musste natürlich zunächst am Markt getestet werden. Im Rahmen einer Pre-Pilotierung waren wir gemeinsam mit der Volksbank Stuttgart an Bord. Das VR-ExtraGeld+ -Team hat im InnovationLab zunächst einen Prototypen entwickelt, der den Vorgang der Geldumwandlung simuliert. Bereits nach wenigen Wochen konnten wir gezielt in eine Testphase übergehen, die Anwendung am Kunden testen und Erfahrungswerte einsammeln. Unsere Kunden konnten sich exklusiv mit einem Testzugang auf der Gutscheinplattform VR-ExtraGeld+ registrieren. Sie erhielten einen Einblick, wie der Service zukünftig aufgebaut sein wird und sie durchschnittlich 15 % mehr aus Ihrem schlummernden Geld machen können. Dazu musste der Kunde eine Demo durchklicken, einen Gutscheinkauf simulieren und im Anschluss daran einen Fragebogen ausfüllen. Danach konnte er dann an einem Gewinnspiel als Dankeschön für seine Hilfe teilnehmen und in der Live-Umgebung mit seiner Kreditkarte einen echten Gutschein erwerben.

Nach erfolgreicher Testphase hat sich die DZ BANK im Juni dann für die Weiterentwicklung von VR-ExtraGeld+ entschieden. Maßgeblich für diese Entscheidung war das positive Feedback zur Idee: 92% aller Testteilnehmer fanden VR-ExtraGeld+ sehr gut bzw. gut.

Um auch weiterhin die wertvolle Kundensicht in die Produktentwicklungen einfließen zu lassen, bleibt der Testzugang für VR-ExtraGeld+ bis zum 30.09.2017 bestehen. So können weitere Meinungen in die Entwicklung einfließen.

Zusammen mit der DZ BANK und OptioPay haben wir daraufhin in den letzten Tagen unsere eigene Anbindung als Händler finalisieren können. In Kooperation mit der Stadt Bühl ist es uns gelungen, für die bereits registrierten und zukünftigen Nutzer ein attraktives Angebot zu schaffen.

Bis zum 31. August 2017 dürfen wir die papierhaften Bühl in Aktion-Gutscheine der Werbegemeinschaft Bühl (BINA-Gutscheine) über die Plattform als Händler anbieten.

Die Tester können aus zwei verschiedenen Angeboten wählen:
• Zahlen Sie 50 Euro und erhalten Sie 60 Euro in Form von BINA-Gutscheinen
• Zahlen Sie 115 Euro und erhalten Sie 150 Euro in Form von BINA-Gutscheinen

Ablauf für den Tester:
– Der Kunde registriert sich einmalig für VR-ExtraGeld+ unter https://vr-extrageld.de
– er klickt die Demo durch
– er gibt einmalig sein Feedback zum Service und erhält dann dauerhaft Zugriff auf den Gutscheinshop

– Dort kann er mit dem Schlagwort „Volksbank Bühl“ nach unserem Angebot suchen und einen Gutschein mit seiner Kreditkarte erwerben

Nach dem Kauf erhält der Tester per E-Mail einen Bestätigungs-Code. Gegen Vorlage dieses Codes in unserem Beratungscenter in Bühl erhält er den erworbenen Gutscheinwert in Form der offiziellen BINA-Gutscheine.

Wir sind gespannt auf das weitere Feedback der Tester! Was halten Sie von VR-ExtraGeld+?

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Von | 2017-07-19T09:06:04+00:00 17. Juli 2017|Marketing|4 Kommentare

About the Author:

Anja Schindler

Online-Management bei der Volksbank Bühl /// Master of Arts, Fachrichtung Wirtschaftspsychologie

4 Kommentare

  1. MarcHeine 7. September 2017 um 9:41 Uhr

    Ich schicke es gleich vorweg, dass es sich um eine kritische Stimme/Meinung zu o.g. Thema handelt.

    Dass die Befragung für sich (also rein auf das Produkt) positiv verlaufen ist, kann ich nachvollziehen, im alltäglichen jedoch (wird) kann es zu Verärgerungen führen.

    Musterbeispiel:
    Problem1: ich möchte im store was erwerben, kauf ich dann wirklich zuerst einen Gutschein?
    Problem2: der Gutschein darf evtl. nicht höher sein als der Kaufpreis
    Problem3: oft darf nur 1 Gutschein eingesetzt werden, dh. mehrere zuvor erworben und evtl. doch nicht verwendete können nicht kummuliert werden
    Problem4: normale Gutscheine und Promo-Gutscheine (bspw. Schlussverkauf/black friday) dürfen in der Regel nicht kombiniert werden
    Problem5: wenn der Gutschein niedriger als der Kaufpreis ist, ist der Vorteil (%-tual) bezogen auf den Kauf gering
    Problem6: auf reduzierte Waren sind die Gutschein nicht anwendbar (wörtlich aus den FAQ)
    Nein, der Gutschein ist nicht auf alle Produkte anwendbar und mit anderen Gutscheinen kombinierbar. Der Gutschein gilt zudem nicht auf bereits reduzierte und ausgeschlossene Artikel.
    http://help.optiopay.com/customer/de/portal/articles/2631976-adidas-gutscheine

    Was bspw. den Testern garnicht so bewusst sein dürfte, dass auch ein Totalverlust passieren kann, nämlich wenn die max. Gültigkeitsdauer erreicht ist – in der Regel 3 Jahre (siehe o.g. Link) – oder vorher das Unternehmen Insolvenz anmeldet.

    Die Schalter-/Hotline-Mitarbeiter können sich auf eine Extra-Schulung freuen.

    Die Idee ist nicht neu, denn cadooz (bestchoice) und Groupon/citydeal/dealydeal o.ä. hatten ja >ähnliche< Produkte. Hier weiter in die Details zu gehen, würde jedoch den Rahmen sprengen.

    Warum soll ich also nicht gleich eine Plattform (wie payback) einsetzen, wo ich über PIA automatisch beim surfen/Einkauf hingewiesen werde, dass ich %-te erhalten kann bzw. automatisch erhalte, verbunden mit evtl. Zusatzboni. Hier wäre sodann kein %-tualer Verlust, keine Vorleistung durch Kauf, keine Probleme bei Promo-Aktionen usw.

    • Anja Schindler
      Anja Schindler 7. September 2017 um 15:17 Uhr

      Die kritischen sind uns doch am liebsten 😉 Vielen Dank für Ihre Meinung.

      Die von Ihnen genannten Punkte sind teilweise sicherlich berechtigt, z.B. die begrenzte Gültigkeit.
      Der Umsatz mit Gutscheinen steigt jedes Jahr deutlich und es ist großes Potential vorhanden.
      Die extra Prozente bekommt man aber in der Tat leider nur über den Erwerb eines Gutscheins.

      Letztlich bestimmt jeder Händler seine Gutscheinbedingungen selbst und wir haben hier keinen Einfluss drauf – berechtigterweise.
      Daher unterscheiden sich die Gutscheine von Händler zu Händler. Die Bedingungen eines jeden Händlers werden deshalb deutlich vor dem Kaufabschluss für den Kunden aufgezeigt, und auch noch nach Kauf im Gutscheinkonto des Kunden sind diese gut einsehbar. Zudem kann sich der Kunde regelmäßig Erinnerungen schicken lassen, dass er noch nicht eingelöste Gutscheine besitzt, so geht keiner verloren.
      Mehrere Vorteilsaktionen eines Händlers gleichzeitig zu nutzen wird im Übrigen bei jedem Händler und auch bei anderen Portalen mit Vorteilsaktionen ausgeschlossen.
      Zudem darf auch nicht vergessen werden, dass Händler und Kunden durch Aktionen nicht das gleiche Ziel verfolgen. Der Händler will Neukunden gewinnen und auf sich aufmerksam machen.
      Er will jedoch sicher nicht den Preis durch Kombination von mehreren Aktionen so tief wie möglich machen. Letzteres ist jedoch das Ziel des Kunden – nachvollziehbar.

      Gutscheine sind ja außerdem auch beliebte Geschenke und es ist tatsächlich bei vielen Leuten so, dass Sie nicht nur surfen/online einkaufen gehen, wenn Sie etwas brauchen, sondern schon gerne mal einen Rabatt im Vorfeld einkaufen. Zumindest ist das bei 8% der Kunden der Fall und auf diese konzentriert sich das Angebot.

      • MarcHeine 7. September 2017 um 16:41 Uhr

        Da ich Endkunde und Unternehmer bin, sind mir die von Ihnen vorgebrachten Punkte sehr wohl bekannt, jedoch wollte ich den o.g. Rahmen nicht sprengen.
        Die von Ihnen benannten Punkte sind ja ebenso richtig, jedoch könnte die Argumentation auch von der PR-Abteilung aus Berlin kommen. Eine Bank sollte jedoch beide Vertragspartner im Auge haben und sich somit kritisch mit der Thematik auseinander setzen.

        Ich hatte ja auch alternative Gutschein-Systeme benannten, die vor wenigen Jahren einen großen run hatten, jedoch aber auch viele Probleme und dies obwohl auch hier die Fakten (Gutschein-Bedingungen) bekannt waren. Für die Käufer war später der Vermittler „der Schuldige“.

        Dass wir uns nicht missverstehen, ich finde jegliche Innovationen sinnvoll, solange die Objektivität gewahrt bleibt.

        • Anja Schindler
          Anja Schindler 8. September 2017 um 10:45 Uhr

          Ich bin da völlig Ihrer Meinung, dass wir als Primärbank mit kritischem Auge draufschauen müssen. Letztendlich sind wir in den Augen des Kunden der Anbieter und haben eine große Verantwortung ihm gegenüber.
          Eine finale Bewertung unsererseits steht nach der Testphase an und wird voraussichtlich Ende des Jahres erfolgen. Deshalb sind wir dankbar für jedes Feedback.

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