Das Thema Digitaler Wandel und Arbeit 2.0 ist in aller Munde. Da sich auch die Banken mit den Themen der Digitalisierung beschäftigen und hier sehr oft auch Kreativität gefordert ist, bin ich beim Durchstöbern verschiedener Blogs auf die Frage gestoßen, wie die Einrichtung von Räumen die Kreativität von Personen beeinflussen kann. In diesem Zusammenhang fand ich das Ergebnis einer Studie des MIT sehr interessant, wonach mehr als vier Fünftel aller kreativen Ideen nicht in Entwicklungsabteilungen oder Büros entstehen, sondern an Orten, an denen Menschen miteinander in lockerer Atmosphäre kommunizieren. Es gibt also tatsächlich Einrichtungen und Räume, die den Austausch von Mitarbeitern fördern.

Dies hat mich dazu bewegt, weitere Details zu diesem Thema zu suchen. Während meiner Suche bin ich sehr schnell auf die großen Player wie Google, Amazon oder Facebook gestoßen. Diese Unternehmen sind schon früh auf die Idee gekommen, eine andere Atmosphäre in ihren Büros zu schaffen, um so die Kreativität und den Austausch der Mitarbeiter anzukurbeln. So gibt es bei Google in Dublin z.B. einen Innenhof mit Sitzsäcken, wo unter anderem auch Besprechungen durchgeführt werden. Bei Google Deutschland in Hamburg gleicht kein Raum dem anderen: Der eine sieht aus wie das Innere eines Flugzeugs, der nächste wie eine Schiffskajüte, ein anderer Raum ist mit Liegen und Wärmelampen in Waldoptik ausgestattet. Sogar ein mit Schaumstoffwürfeln gefülltes kleines Schwimmbad kann genutzt werden.

Der ROI dieser Einrichtung lässt sich vermutlich nur schwer berechnen. Fakt ist, immer mehr Unternehmen setzen auf diese „lockere“ Atmosphäre, um die Kreativität der Mitarbeiter zu fördern und den Wohlfühlfaktor zu steigern. Denn motivierte Mitarbeiter, die sich wohlfühlen sind kreativ und produktiv.

Weitere interessante Ansätze werden in dem Buch „make space: How to Set the Stage for Creative Collaboration“(geschrieben von den Autoren Scott Doorley und Scott Witthoft von der Design School der Universität Stanford) thematisiert. Hier finden Sie einen ausführlichen Artikel über dieses Buch.

Weitere Anregungen kann man sich zum Beispiel bei den Räumen des Denkinkubators in Düsseldorf oder in Coworking Spaces holen. Diese Räumlichkeiten wurden oft speziell für die kreative Ideenfindung ausgestattet. Die Ausstattung der Räume umfasst z.B. bemalbare Wände, variables Raumsetting oder verschiedene Sitzmöglichkeiten wie Hocker oder Stehtische. Die Ausstattung und Beleuchtung der Räume sind teilweise sehr speziell und nicht mit „normalen“ Besprechungsräumen zu vergleichen.

Aus meiner Sicht ist es auch in kleineren Unternehmen wie z.B. Regionalbanken durchaus sinnvoll, Räumlichkeiten für einen lockeren Austausch zu schaffen. Vielleicht reicht es im ersten Schritt schon aus, einen schönen Aufenthaltsraum zu schaffen, der eine angenehme Atmosphäre bietet, um sich auszutauschen – egal ob in der Mittagspause, einfach zwischendurch für einen Kaffee oder für eine kurze Besprechung mit den Kollegen. Ein paar Stehtische, bequeme Sitzgelegenheiten angenehmes Licht, schon hat man Raum für Kreativität und wertvolle Kommunikation geschaffen.

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Von | 2017-07-28T16:25:38+00:00 28. Juli 2017|Allgemein|3 Kommentare

About the Author:

Michael Merkel

Teamleiter IT-Basis und IT-Sicherheit bei der Volksbank Bühl | Staatl. gepr. Informatiker

3 Kommentare

  1. Christoph Berger 2. August 2017 um 10:09 Uhr

    Hallo Herr Merkel,

    interessanter Beitrag und in der Tat hilft eine entsprechende Umgebung, Kreativität zu fördern.

    Ein konkretes Beispiel innerhalb der Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken finden Sie übrigens bei der TeamBank AG.

    Weitere Informationen und Impressionen finden Sie auf unserer Website unter http://www.teambank.de

    Oder besuchen Sie uns doch einfach in Nürnberg.

    Beste Grüße

    Christoph Berger

  2. Michael Merkel
    Michael Merkel 2. August 2017 um 11:11 Uhr

    Hallo Herr Berger,

    vielen Dank für den Hinweis und die Einladung. Wir kommen bei Bedarf wieder auf Sie zu ;-).

    Viele Grüße
    Michael Merkel

  3. MarcHeine 7. September 2017 um 9:58 Uhr

    was mich wundert, warum kein Kicker/Tischfussball-Bild aufgeführt ist, was ja oft in o.g. Zusammenhang herangezogen wird. Aber macht es tatsächlich die Umgebung?
    In der Praxis dürfte es doch vielmehr der Mitarbeiter-Zufriedenheits-Index (Team) sein sowie eine Geschäftsleitung ohne Korsett-Zwang, die somit auch Dinge ausprobieren lässt, behilflich ist beim nachjustieren und selbst wenn es in die Hose geht, als Lernkurve sieht.

    Diesbzgl. ein Lob an die GL bzw. an das Team hier, der Blog ist informativ und teilweise über die Grenze schauend.
    Manches könnte noch ein bisschen lockerer und nicht ganz so starr sein 😉 die Seriosität bleibt doch trotzdem gewahrt.

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