Stichwort Kryptowährungen

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und der unangefochtene Aufreger des Jahres ist die Entwicklung der Kryptowährungen. Anfang des Jahres stand der Bitcoin-Kurs bei 1.000$ und bereits zu diesem Zeitpunkt sprachen viele von einer gigantischen Blase. Zwischenzeitlich wurde die 10.000$ Marke geknackt und die Chancen stehen gut, dass das noch lange nicht das Ende ist. Das Thema Kryptowährungen ist mittlerweile so sehr in den Fokus gerückt, dass sich auch die großen Medien mit Schlagzeilen dazu überschlagen. Manche Analysten sprechen von einem möglichen Kurs der gar 100.000$ übertreffen wird. Jamie Dimon, CEO von JP Morgan spricht hingegen von Betrug und prognostizierte massive Kursverluste für die Anleger. Bemerkenswerterweise ist JP Morgan nur kurz nach dieser Aussage selbst in das Geschäft mit den Kryptowährungen eingestiegen.  Ganz nebenbei ist darüber hinaus noch von einem Verbot in China und Russland zu hören und der als Wolf of Wallstreet bekannte Jordan Belfort spricht vom größten Betrug aller Zeiten.

Doch worum geht es da wirklich?

ICO – was ist das?  

Dabei geht es nicht wie oft verbreitet wird um Bitcoins oder Kryptowährungen an sich, sondern um sogenanntes Initial Coin Offering, kurz ICO´s. Das sind crowd-basierte Finanzierungsrunden bei denen Blockchain-Startups Geld in Form von Kryptowährungen einsammeln. Im Gegenzug bekommen die Anleger in der Regel sogenannte Token gutgeschrieben. Diese haben häufig die Gestalt einer Währung, ähnlich wie z.B. Bitcoin oder Ether. Die Investoren können bei Erfolg des Unternehmens auf ordentliche Kursgewinne hoffen. ICO´s bieten so eine einfache und günstige Möglichkeit für Startups Kapital einzusammeln und das ganz ohne Banken oder Börsen, aber eben auch völlig unreguliert mit allen einhergehenden Vor- und Nachteilen.

 „Größter Betrug aller Zeiten?“

Wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt lässt sich aktuell nur schwer sagen. Stand September wurden alleine in China 330 Millionen Euro durch ICOs eingesammelt, weltweit knapp 1,5 Milliarden Euro. Dabei werden viele Investoren ihr Geld nicht wiedersehen. Aber sind ICOs deswegen grundsätzlich betrügerisch? Definitiv nein! Aber wo es um viel Geld geht, sammeln sich immer auch Betrüger – wer davon überrascht ist, dem rate ich allerdings so oder so Abstand von seinem Internetanschluss zu nehmen. Der einzige Unterschied zur analogen Welt ist der, dass es durch das Internet deutlich leichter geworden ist sich eine große Reichweite aufzubauen und dadurch deutlich mehr Leute auf die eigene Masche anspringen. ICO Scam ist inzwischen zu einer derart verbreiteten Sportart geworden, dass es schon humorvolle Anleitungen gibt, wie man in fünf Schritten selbst einen basteln kann. Ein klassisches Alarmzeichen ist ausgeprägtes Buzzword Bingo, ebenfalls wird mit Superlativen geradezu verschwenderisch um sich geschmissen. Nachfolgend ein Paradebeispiel – der gesamte Artikel dazu wird unten verlinkt.

Our decentralized blockchain-based platform will disrupt the landscape of cryptocurrency investment while building a trustless network of pseudonymous users that leverage swarm intelligence technology to provide real world financial services in a tokenized ecosystem.”

So sieht in etwa die Essenz von dem aus, was gefühlt 80 Prozent der ICOs versprechen, nur auf die Frage „wie?“ wird eben gar nicht oder nur sehr oberflächlich eingegangen. Das sollte allerdings nur eines von vielen Warnsignalen sein. Vor einem Investment sollte eine ausgiebige Recherche stattfinden. Dabei stößt man dann in diversen Foren auf das Startup, was durch eine völlig unreflektierte und übertriebene Lobhudelei ohne jeglichen Inhalt, gespickt mit dezenten Rechtschreibfehlern, auffällt. Selbst wenn ein solcher Forumaccount hoch geranked ist, muss das nicht bedeuten, dass ein echter Nutzer dahinter steckt. In vielen Foren kann ein höherer Status ganz einfach erkauft werden, wodurch Beiträge seriöser wirken…für Betrüger eine oft lohnende Investition.

Folgende ausführlichere Artikel zu dem Thema kann ich sehr empfehlen:

In 5 Schritten ein Scam ICO anlegen – bitte nicht machen!;) :

https://steemit.com/scam/@moonjelly/how-to-create-an-ico-scam-in-5-simple-steps

Wie man Scam ICOs vermeidet:

https://www.cryptocompare.com/coins/guides/how-to-avoid-scam-icos/

Jetzt kann man sich natürlich auch Fragen warum viele Menschen völlig blindlings Investieren ohne gewisse Sicherheits-Checks zu machen, die eigentlich Standard sein sollten. Das liegt wohl vor allem an einer extrem ausgeprägten Goldgräberstimmung, denn so viele schwarze Schafe es auch gibt, so gibt es auch ICOs deren Token mal locker 1000-10.000% an Wertsteigerung gebracht haben. Unter anderem IOTA, Ethereum, Stratis oder Spectrecoin.

Wir halten fest, dass es bei den meisten Schlagzeilen über Verbote und Betrug nicht um die Kryptowährungen, an sich sondern um ICOs geht, dort allerdings oft nicht differenziert wird. Außerdem kann man sagen, dass die Warnungen und temporären Verbote von ICOs in diversen Ländern nicht unbegründet sind. Kapitalgeber sollten bei dieser Investitionsform äußerst aufpassen und sich nicht von dem Wunsch nach dem schnellen Geld leiten lassen, sondern ausführlich recherchieren. Ein Totalverlust ist immer möglich möglich und niemand weiß welche Kryptowährung morgen noch einen Wert hat. Sicher ist aber, dass die Zeit der Blockchain gekommen ist und diese wird definitiv nicht mehr verschwinden.

 

 

Quellen,Links:

https://bitcoinblog.de/2017/10/05/die-millionaersquote-und-andere-infografiken-zu-icos/

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/bitcoin-jpmorgan-chef-jamie-dimon-nennt-kryptowaehrung-betrug-15195947.html

http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/hype-um-krypto-boersengaenge-der-wolf-of-wall-street-warnt-vor-icos/20490646.html

Shares
Von | 2017-11-29T13:29:02+00:00 29. November 2017|Blockchain|0 Kommentare

About the Author:

Maik Franke

IT-Basis und IT-Sicherheit | Informatikkaufmann

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Shares