Künstliche Intelligenz (kurz KI), Big Data und vieles mehr sind Begriffe, die man mittlerweile fast täglich in Zusammenhang mit der digitalen Transformation hört bzw. liest. Sehr oberflächlich erklärt, geht es hier um die Analyse riesiger Datenmengen. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto besser wird letztendlich auch das Ergebnis dieser Analyse. Die künstliche Intelligenz ist dabei in ihrer Definition als Oberbegriff zu verstehen, der verschiedene Teilgebiete wie „Machine Learning”, „Deep Learning”, „Natural Language Processing” (NLP) und „neuronale Netze” umfasst.

Richtig spannend wird das analysieren von Daten durch das eben genannte maschinelle Lernen (Machine Learning). Maschinelles Lernen beschreibt mathematische Techniken, die einem System, also einer Maschine ermöglichen, selbständig Wissen aus Erfahrungen zu generieren. Genauer gesagt bedeutet dies, dass Computer in der Lage sind z.B. Muster zu erkennen, Wissen aus Vergangenem zu generieren, selbstständig dazu zu lernen sowie Vorhersagen zu treffen. Wir alle kennen die großen Konkurrenten, die mittlerweile in eine Art Wettstreit der künstlichen Intelligenzen gegangen sind, wie z.B. Google (Google Cloud Platform), Amazon (Amazon Web Services), IBM (Watson) oder Microsoft (Azure). Alle arbeiten intensiv an der Weiterentwicklung dieser Technologie. Anwendungsgebiete für künstliche Intelligenz gibt es in nahezu jedem Bereich.

Künstliche Intelligenz im Alltag
Unser Alltag wird zunehmend von selbstlernenden künstlichen Intelligenzen begleitet. Oft merken wir es jedoch gar nicht. Während wir im Internet surfen, wird unser Surfverhalten analysiert und passende Werbung eingespielt. Unser Gesicht wird gescannt und geprüft, während wir unser Smartphone entsperren. Auch die Sprachassistenten wie z.B. Siri oder Alexa werden von Machine-Learning-Algorythmen gesteuert.

Warum erst jetzt?
Mit künstlicher Intelligenz wird schon lange geforscht. Doch erst in den letzten Jahren ist es durch viel leistungsfähigere Prozessoren möglich geworden, mehrere Berechnungen parallel zueinander auszuführen. Des Weiteren stehen heutzutage so viele Daten zur Verfügung wie nie zuvor. Jeden Tag werden über 2,5 Trillionen Byte an Daten erzeugt. Diese Daten können mit Hilfe der heute zur Verfügung stehenden KI analysiert werden.

Die folgende Infografik veranschaulicht die Möglichkeiten von Big Data in Verbindung mit künstlicher Intelligenz sehr gut:

Quelle: vouchercloud

Künstliche Intelligenz – Trend 2018

Emotion AI,  übersetzt „die Analyse von menschlichen Empfindungen“, ist ein Trend für 2018. Mit Hilfe dieser Technik ist es zum Beispiel in Call-Centern möglich, die Emotion des Agenten bzw. des Kunden aufzuzeichnen. Im Nachgang wird das Gespräch dann analysiert, um  dem Agenten wertvolle Hinweise darüber zu gegeben, wie und was er beim nächsten Gespräch besser machen kann. Auch in der Spiele-Industrie wird diese Technologie schon eingesetzt, um beispielsweise den Schwierigkeitsgrad eines Lernspiels an den Spieler anzupassen. So wird zum Beispiel der Schwierigkeitsgrad eines Spiels reduziert, wenn die Kamera erhöhte Frustration des Spielers erkennt.

Ein weiterer Trend war auf der CES in Las Vegas eindrücklich zu sehen: Durch künstliche Intelligenz in Fahrzeugen können selbstfahrende Autos zu jeder Zeit gerufen werden. Dadurch werden Staus oder die nervende Suche nach Parkplätzen vermieden. Untereinander kommunizierende Fahrzeuge widmen sich so zuverlässig dem Straßenverkehr und garantieren einen effizienten Ablauf.

Die Fortschritte im Bereich Gesundheit und Medizin sind ebenso beachtlich. Künstliche Intelligenz hat das Potential das Gesundheitswesen, die Sport- und Fitnessindustrie zu revolutionieren. Maschinen können, von Ärzten oder Trainern unterstützt, ganze Therapien oder Trainingseinheiten neu und ganz individuell für den Patienten konzipieren.

Technologischer Fortschritt – Fluch oder Segen?

Künstliche Intelligenz ist ein riesiges Gebiet, fast täglich kommen neue Anwendungsgebiete hinzu. Die Botschaft der Hersteller ist dabei klar und deutlich: Der technische Fortschritt soll das Leben unkomplizierter, länger und produktiver machen. Die im Text und in der Infografik aufgeführten Beispiele sind dabei erst den Anfang. Roboter werden zu Partner und Freunden – alles scheint möglich mit künstlicher Intelligenz. Ab welchem Punkt wird die Konversation mit digitalen Assistenten zur Beziehung? Über kurz oder lang werden sie in Konversation mit uns treten, statt wir mit ihnen. Das dieser Fortschritt auch seine Schattenseiten hat, haben jüngst die Sicherheitslücken bei Computerprozessoren deutlich gemacht. Der Optimismus der Branche könne sich als naiv erweisen, warnen Kritiker. Sicher ist meines Erachtens, dass unser Alltag immer stärker durch diese Technologie verändert wird, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer direkt ersichtlich ist.

 

Quellen:
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/kuenstliche-intelligenz-ki.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/sicherheitsluecke-in-computerchips-15372480.html
https://t3n.de/news/ai-machine-learning-nlp-deep-learning-776907/
https://www.forbes.com/sites/danielnewman/2018/01/16/top-18-tech-trends-at-ces-2018/#69b333bc452f
http://www.oe24.at/digital/CES-2018-Kuenstliche-Intelligenz-KI-erobert-Alltag/316394925
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Von | 2018-01-26T09:50:45+00:00 26. Januar 2018|Innovationen|0 Kommentare

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Michael Merkel
Teamleiter IT-Basis und IT-Sicherheit bei der Volksbank Bühl | Staatl. gepr. Informatiker

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