In unserem letzten Blogbeitrag berichtete mein Kollege Michael Merkel über die aktuellen Trends zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Heute möchte ich Ihnen die drei FinTechs Savedroid, Firamis und Ginmon vorstellen, die sich im April diesen Jahres bei der Management Circle Fachkonferenz in Frankfurt zum Thema „Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche“ vorstellen werden.

Savedroid

Savedroid ist nach eigenen Angaben die erste App, die Finanzdaten und Verhaltensmuster der Anwender kombiniert. Die App mit einem kleinen Droiden will Träume wahr werden lassen. Durch das Einstellen individueller Sparregeln, die Smooves genannt werden, legt die App ein digitales Sparschwein für die Wünsche seiner Nutzer an. Bei Ausführung eines Smooves wird der gesparte Betrag vom Girokonto des Nutzers auf ein kostenloses Savedroid Konto zur Seite gelegt. Um ein Sparziel möglichst schnell zu erreichen, hat sich Savedroid verschiedene Smooves einfallen lassen.  So gibt es z. B. den Pay-Day-Smoove, bei dem jedes Mal, wenn Geld auf dem Girokonto des Nutzers eingeht, automatisch ein bestimmter Prozentsatz auf das Savedroid Konto umgebucht wird. Oder z. B. der Location-Smoove: dabei wird beim Aufsuchen einer bestimmten Location das Savedroid Konto um einen festgelegten Betrag erhöht. Darüber hinaus will Savedroid mit intelligenten selbst lernenden Algorithmen die Einnahmen und Ausgaben seiner Nutzer analysieren, um so den für den Nutzer perfekten Betrag zu finden, der zur Seite gelegt werden kann. So kann Geld gespart werden, ohne daran denken zu müssen. Das folgende Video gibt einen Überblick, wie Savedroid funktioniert.

 

Firamis

Firamis steht für Financial Risk and Asset Management with Intelligence Systems. Das in 2012 in Frankfurt gegründete Startup beschäftigt sich mit großen Datenmengen und wie maschinelle Intelligenz helfen kann aus diesen Daten neue Informationen zu gewinnen. Mittels graphenbasierter Software erarbeitet Firamis Lösungen im Bereich des sogenannten Digital Asset & Wealth Managements. Nach Einschätzung des Gründers Dr. Jochen Papenbrock gelten die sogenannte Graph Theory und das Machine Learning als Zukunftsansätze im Asset Management. Denn mit Hilfe von maschineller Intelligenz können komplexe Zusammenhänge in Kapitalmarktportfolios zuverlässig erfasst und in die Portfoliokonstruktion und -steuerung integriert werden. Liegen z. B. strukturierte Daten wie Bilanzen oder Kurszeitreihen vor, so können diese schnell und zuverlässig maschinell ausgewertet werden. Die Idee hinter dem maschinellen Ansatz ist, die ineinander verschachtelten Abhängigkeitsstrukturen der Assets aus den Kurzzeitreihen zu extrahieren und somit ein Bild zu bekommen, wie vernetzt und gruppiert sich die Assets – auch im dynamischen Zeitablauf – verhalten. Firamis benutzt dazu eine hierarchische Landkarte der Gruppierung, die die volle Struktur von der Spitze bis zur unteren Ebene der Einzel-Assets anzeigt. Mit Hilfe des Graph-Ansatzes können mit entsprechenden Algorithmen die gelernten Portfoliostrukturen sowie die darauf basierenden Handlungsempfehlungen visualisiert werden. Das folgende Video gibt einen kurzen Einblick.

Firamis richtet sich somit an alle, die ein Portfolio managen, in dem Zusammenhänge zwischen den Asstes bestehen und Korrelationen eine Rolle spielen. Das reicht von institutionellen Asset-Managern, für die Firamis Software produziert bis hin zu Wealth Managern, die mit Firamis ihr Research machen oder Musterportfolios generieren bis hin zu voll automatisierten Musterportfolios.

Ginmon

Ginmon kommt aus dem japanischen und bedeutet silbernes Tor – sozusagen der Weg zum Wohlstand. Im Zuge der Digitalisierung möchte Ginmon eine Lösung schaffen, die eine transparente und vollautomatisierte Geldanlage bietet, die es ermöglicht, mit einer verständlichen Anlagestrategie und einfacher Bedienung angespartes Vermögen kostengünstig in bewährte Anlageformen zu investieren. Durch eine benutzerfreundliche Anwendung will sich Ginmon als eine Alternative zu herkömmlichen Bankprodukten und Anlageberatern positionieren. Der Anlageprozess funktioniert in nur drei Schritten:

  1. Bestimmung des Anlagetyps (durch ein Multiple-Choice Interview mit 7 kurzen Fragen)
  2. Festlegen der Einmalanlage und die gewünschte monatliche Sparrate
  3. Eröffnung eines Depotkontos bei der Partnerbank von Ginmon (DAB Bank, die im Jahr 2016 zu einem Teil der BNP Paribas wurde) und automatisierte Umsetzung der Anlagestrategie mit ständiger Optimierung

Per Login und mit wenigen Klicks kann einfach und komfortabel ein- bzw. ausgezahlt oder die Sparrate geändert werden. Auf einen Blick ist die Entwicklung und Zusammensetzung der Geldanlage ersichtlich. Bei Ginmon können auch kleine Beträge angelegt werden. Die Mindestanlage beträgt 1.000 Euro mit einem Sparplan (ab 50 Euro / Monat) oder 5.000 Euro ohne Sparplan. Dafür wird eine Grundgebühr von nur 0,39 % p. a. der Anlagesumme (mind. 1,50 Euro) berechnet. Da Ginmon von der langfristigen Rentabilität der Anlagestrategie überzeugt ist, ist ein Teil der Servicegebühr vom Erfolg abhängig. Nur wenn Gewinne erwirtschaftet werden, fällt eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von 1/10 des Gewinnes bei neuen Höchstständen an.  Ginmon setzt auf Indexfonds, da aktiv gemanagte Investmentfonds deutlich höhere Kosten verursachen. Um die weltweiten Aktien- und Anleihemärkte so genau wie möglich abzubilden, enthält jedes Ginmon-Portfolio ETFs und Indexfonds mit Aktien aus Industrieländern, aus Wachstumsmärkten, von kleineren Unternehmen weltweit, von Staaten und Unternehmen weltweit und Anleihen europäischer Unternehmen. Das folgende Schaubild zeigt die aktuelle Wertentwicklung der verschiedenen Ginmon-Anlagestrategien im vergangenen Jahr.

Quartalsbericht Q4/2017 veröffentlicht am 24.01.2018

Zu Ginmon gibt es am Markt auch zahlreiche Alternativen. Zum Beispiel VisualVest: mit dem digitalen Vermögensverwalter der Union Investment kann ebenfalls online in breit gestreute Portfolios aus Investmentfonds investiert werden, ohne dass tiefgreifendes Finanzwissen notwendig ist. Auf Basis wissenschaftlicher Modelle wird hier ein Chancen-Risiko-Profil und darauf aufbauend eine passgenaue Anlagestrategie ermittelt. Danach sorgen die Experten von VisualVest dafür, dass die Anlagestrategie auch in der Zukunft eingehalten wird und passen sie bei Bedarf automatisch an.

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Von | 2018-02-02T17:01:57+00:00 2. Februar 2018|Allgemein, Innovationen|0 Kommentare

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Wibke Ziegler

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