Ich finde, es ist an der Zeit, ein neues Kapitel in unserem Blog zu eröffnen. In den letzten Jahren haben wir schwerpunktmäßig über innovative Lösungen in der Finanzdienstleistungsbranche berichtet, die bereits irgendwo in der Welt da draußen umgesetzt wurden oder die uns in den nächsten Jahren begegnen und begleiten werden. Immer und immer wieder kam aber der Wunsch auf, in den einzelnen Themen die Regionalität stärker mit einzubeziehen und vermehrt zu schauen, was so alles vor unserer eigenen Haustür passiert. Nach längerem Überlegen haben wir uns dazu entschlossen, hier auf unserem Blog in regelmäßigen Abständen auch über innovative Firmen, hauptsächlich aus unserem Geschäftsgebiet, zu berichten. Kaum war der Entschluss gefasst,  ging es auch direkt los mit den ersten Interviews bei den Firmen vor Ort.

Es geht um Leidenschaft, Stolz, Herzblut, Ehrgeiz, harte Arbeit und um etwas Glück

Ich startete tatsächlich ganz klassisch mit ein paar Interviewfragen, die ich mir vorher gut überlegt hatte – das dachte ich zumindest! Schnell merkte ich allerdings, dass es hier um mehr ging, als um ein klassisches Interview mit Frage – Antwort. Leidenschaft und Stolz spielten hier eine viel wichtigere Rolle. Ich bekam den Beweis, dass man mit harter Arbeit, Herzblut, Ehrgeiz und sicherlich auch etwas Glück alles erreichen kann, um seine Ideen zu verwirklichen. Ich habe tolle Firmen kennengelernt, die nachhaltig agieren, wegweisend sind und vor allem positiv in die Zukunft blicken. Es sind nicht selten genau diese Firmen, die auch schon in der Vergangenheit bereit waren, Veränderungen anzunehmen um daraus neue und innovative Lösungen zu entwickeln.

Ich selber habe aus den Unternehmensbesuchen sehr viel mitnehmen können und es hat richtig Spaß gemacht, meinen Interviewpartnern zuzuhören, wie sie über die Erfolgsgeschichte ihrer Firma berichtet haben. Ich freue mich, Ihnen heute die erste innovative Firma vorstellen zu können und bin auf Ihr Feedback gespannt.

Von der Karl Bickel KG zur BICKEL TEC GmbH

Die erste Firma, um die es heute geht, wurde 1951 durch Karl Bickel gegründet, die Karl Bickel KG. Das Tätigkeitsfeld war damals allerdings ein anderes als heute. Bei der Firmengründung dominierten Spedition und Kohlehandel. Erst 1977 wurde aus der Karl Bickel KG ein weiteres Unternehmen gegründet, die Bickel-Tuning GmbH, mit dem Hauptgeschäftsfeld, Tunen und Aufbereiten von Volkswagen-/ Audi-Fahrzeugen. 1982 wurde die Bickel-Tuning GmbH nochmals umstrukturiert. Das  Tätigkeitsfeld erweiterte sich um den Bau und die Montage von Dachschlafkabinen sowie den Vertrieb von Nutzfahrzeugzubehör. Ein Jahr später kam dann noch der Bau von Race-Trucks für die Truck-Race Europameisterschaft dazu. Mit dem Bau des legendären Phoenix-MAN-LKW ist die Bickel-Tuning GmbH 1989 bereits der kleineste LKW-Hersteller der Welt. Fünf Jahre später wird der Bau von Dachschlafkabinen durch eine Gesetzesänderung in der Nutzfahrzeugbranche überflüssig und ein neues Tätigkeitsfeld mit dem Bau einer Lackieranlage für Nutzfahrzeuge wird erschlossen. Die Firma spezialisiert sich im Karosseriebau und macht sich damit bei den Nutzfahrzeugherstellern einen Namen. Verstärkt wird diese Präsenz durch die erfolgreichen Auftritte bei der Truck-Race Europameisterschaft durch einen der Geschäftsführer Gerd Körber, der bereits 1991 mit dem legendären Eigenbau Phoenix-MAN Europa- sowie Vizemeister in der Königsklasse der Truck-Race Europameisterschaft wurde. Die Vielseitigkeit der Bickel-Tuning GmbH überzeugte zahlreiche Nutzfahrzeughersteller, welche dem Unternehmen ihr Vertrauen schenkten. Der Umbau von Fahrerhausänderungen jeglicher Art findet mittlerweile auf dem gesamten Weltmarkt Anklang. Ob Langeisen-, Catering- und Flugfeldfahrzeuge, Dachabsenkungen sowie Radstands- und Rahmenänderungen, das Lackieren von Nutzfahrzeugen bis hin zu Hubschraubern und Yachten, das Tätigkeitsfeld ist vielseitig und vor allem sehr individuell. 2000 erfolgte die Übernahme der Karl Bickel KG durch die Bickel-Tuning GmbH und im Jahr 2007 die Umfirmierung der Bickel-Tuning GmbH in die heutige BICKEL TEC GmbH mit den beiden Geschäftsführern Gerd und Karl-Heinz Körber.

von links nach rechts: Karl-Heinz Körber (Geschäftsführer), Holger Schnurr (Firmenkundenberater Volksbank Bühl), Madlen Lorenz (Vermögensberaterin Volksbank Bühl) und Gerd Körber (Geschäftsführer)

Mit hoher Individualisierung zum Global Player

Ein erster GU-Rahmenvertrag mit der Daimler Chrysler AG entsteht. 2013 erfolgt die Übernahme der Thorry Metalltechnik GmbH, durch die eine Erweiterung des Geschäftsfeldes Fahrzeugbau mit Spezialisierung auf Plattformbauten von 18 bis 32 Tonnen Gesamtgewicht entsteht. Die BICKEL TEC GmbH beschäftig 2017 insgesamt 45 Mitarbeiter. Für die Zukunft sind erneute Erweiterungen in der Firma geplant. Selbstverständlich werden auch junge Menschen in den Bereichen Karosserie-, Fahrzeugbau und Lackierung beruflich ausgebildet und der soziale Aspekt bei der Berufsausbildung – auch für Migranten – steht hier im Vordergrund. Durch Weiterbildungsmaßnahmen, Betriebserweiterungen und Neueinstellungen von speziell geschulten Facharbeitern konnte das Angebot in den letzten Jahren erheblich ausgebaut werden. Schnelligkeit, Flexibilität, speziell bei Neuentwicklungen und Kleinserien, sind die Stärke der BICKEL TEC GmbH. Projektbezogene Entwicklungsleistungen werden zuverlässig und ohne aufwendige und kostspielige Musterbauprozesse durchgeführt. Vorausschauend und im engen Kontakt mit den Aufbauherstellern ist die Firma immer einen Schritt voraus und kann ihren Kunden geeignete Lösungskonzepte als Speziallösungen für das entsprechende Nutzfahrzeug präsentieren. Hier geht es vor allem um individuelle Kundenwünsche, die mit viel Know How kundenindividuell angefertigt werden, stets unter Einhaltung aller erforderlichen Qualitätsbedingungen. Die BICKEL TEC GmbH hat sich ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet, von dem sie weltweit profitieren und damit absolute Speziallösungen für ihre Kunden anbieten. Es wird nie ein Massenprodukt geben. Die Firma BICKEL TEC GmbH profitiert ganz klar davon, dass nicht jeder in die aufgebaute Nische eindringen und die Produktentwicklungen nachbauen kann. Das Unternehmen hat sich zum Global Player entwickelt und bedient Unternehmen auf der ganzen Welt. Durch die breite Aufstellung, ist die Firma auch ein Stück weit von wirtschaftlichen Krisen in den einzelnen Ländern geschützt, da die Individualprodukte weltweit einen hohen Stellenwert haben. In Europa zählen sie zu den Marktführern in Entwicklung, Bau, Modifikation und Lackierung von Nutzfahrzeugen aller Art sowie den Vertrieb von Nutzfahrzeug-Zubehörteilen.

Natürlich hat mich auch noch interessiert, wie schnell Kundenwünsche umgesetzt werden können?

Wie in jedem anderen Unternehmen auch, wird eine Arbeitsgruppe für ein Projekt gebildet. In der Regel ein kleines Team aus 5-6 Leuten. Es werden Zeichnungen angefertigt, die Machbarkeit der Umsetzung geprüft und gesetzliche Bestimmungen im Vorfeld abgeklärt, denn auch hier müssen natürlich bestimmte Auflagen erfüllt werden. Die Umsetzung des Kundenauftrages kann damit anders als bei einem Konzernbetrieb wesentlich schneller und somit auch unkomplizierter realisiert werden.

Doch wann entsteht eigentlich die Innovation? Wenn die Firma auf Sie zukommt oder entstehen die Idee davor?

Herr Körber schmunzelt und antwortet: „Die Ideen kamen alle bereits vorher. Im jetzigen Stadium der Firma, sind wir meines Erachtens nicht mehr ganz so innovativ wie vor 10 bis 15 Jahren. Damals musste man sich erstmal einen Namen machen und eine kundenindividuelle Lösung schaffen. Wie mach ich meine Firma zum Nutzfahrzeugfahrerspezialist? Die heutigen Innovationen sind für mich auch noch gegeben, aber bei weitem nicht in dem Umfang wie früher. Heute sprechen wir über innovative Optimierungen und Anpassungen, um bereits vorhandene Lösungen weiterzuentwickeln.

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Von | 2018-02-26T11:35:58+00:00 21. Februar 2018|Innovationen|0 Kommentare

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Madlen Lorenz
Vermögensberaterin // Bachelor of Management & Finance // Mama // Social Media & Fashion Lover ;)

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