Die Vernetzung von Objekten und Dingen mit dem Internet (Internet of Things oder in Kurzform IoT) wird als die zukunftsweisende Technology, die einiges verändern wird, gehandelt. Sogar Smartphones sollen durch jede Menge Sensoren am Körper, durch Projektoren und in Kleidung eingebaute Technik (sogenannte „Wearables“) ersetzt werden. Doch was ist so besonders an dem Internet der Dinge? 

Besonders an dieser Technologie ist in erster Linie, dass im Internet der Dinge keine Interaktion zwischen Mensch und Computer notwendig sein wird. Dies bedeutet, die Geräte kommunizieren direkt über das Internet oder ein anderes Netzwerk miteinander. Dies bietet unter anderem deutlich mehr Comfort für den Nutzer. 

In dem folgenden Video wird das Internet of Things kurz anhand einiger Beispiele erklärt:

 

Chancen des IoT für Banken

Durch die unzähligen vernetzten Geräte und Sensoren können viel mehr Daten gesammelt und ausgewertet werden. Dies kann dazu genutzt werden um z.B. Produkte und Dienstleistungen viel stärker auf den Kunden zuzuschneiden. Z.B. bieten heute schon verschiedene KFZ-Versicherungen Ihren Kunden die Möglichkeit ihr Fahrverhalten mittels eines kleinen Gerätes, das an die Diagnoseschnittstelle (OBD-Interface) des Autos angeschlossen wird, zu tracken. Fährt der Versicherte immer rücksichtsvoll und nicht zu schnell in die Kurven, erhält er einen Rabatt auf die Grundgebühr der KFZ-Versicherung. 

Auch Banken könnten vom Internet der Dinge profitieren. Um ihre Kunden noch besser kennen zu lernen und einschätzen zu können, könnten die Daten des IoT genutzt werden. Es bestünde so die Möglichkeit gezieltere Ansprachen zu machen und Produkte anzubieten, die perfekt auf die aktuelle Lebenssituation des Kunden zugeschnitten sind. 

– Voraussetzungen –

Know-how 

Um die genannten Vorteile des IoT nutzen zu können, benötigen die Banken Know How im Bereich Big Data, Datenanalyse und künstliche Intelligenz. Nur so besteht die Möglichkeit die riesige Menge an Daten gezielt auszuwerten und so zu nutzen, dass sie nachher auch dem Kunden einen wirklichen Mehrwert bietet. 

Schnittstellen

Die Banken benötigen Schnittstellen um sich in die digitale Wertschöpfungskette des IoT einklinken zu können. Z.B. könnte ein smarter Kühlschrank selbst Bestellungen auslösen, wenn Lebensmittel fehlen. Die Bezahlung könnte direkt über eine Schnittstelle zur Bank erfolgen. Oder das Auto meldet einen Defekt direkt bei der zuständigen KFZ-Werkstatt und vereinbart einen Termin für die Reparatur, gleichzeitig bietet die Bank die Möglichkeit eines kurzfristigen Kredits, falls die Reparatur etwas teurer als geplant ausfällt. Alles erfolgt automatisch, ohne dass der Nutzer selbst danach fragen muss. 

– Risiken für Banken –

Aufgrund der Digitalisierung sind schon in einigen Branchen teilweise sogar Marktführer plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Auch wenn das IoT aktuell noch weitgehend Zukunftsmusik ist und mit Bankgeschäften – zumindest auf den ersten Blick – so gut wie nichts gemeinsam hat, sollte man diese Technology im Auge behalten und Erfahrung damit sammeln. Nur wer sich rechtzeitig mit dem IoT beschäftigt, läuft nicht die Gefahr, dass sich um die Banken herum ein Ökosystem des IoT entwickelt an dem diese nicht partizipieren können.

Wie sehen Sie die Chancen der Banken am Ökosystem des Internets der Dinge teilzuhaben? Macht es Sinn, sich auch als Bank mit diesen Themen zu befassen?

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Von | 2018-07-26T14:52:38+00:00 26. Juli 2018|Innovationen|0 Kommentare

About the Author:

Michael Merkel
Abteilungsleiter IT-Basis und IT-Sicherheit bei der Volksbank Bühl | Staatl. gepr. Informatiker

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