Obwohl sich die Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland gut entwickelt und die Digitalisierung immer mehr voranschreitet, sind die Unternehmensgründungen in Deutschland seit 2005 um 40 Prozent gesunken.

Viele potentielle Unternehmensgründer wissen nicht, wie sie mit der Unternehmensgründung anfangen sollen und werden mit viel Bürokratie konfrontiert.

Genau an diesen Punkten setzt die digitale Gründungsplattform an. Sie enthält für jedes individuelle Vorhaben, egal in welcher Entwicklungsphase, passende Angebote, Tipps und Lösungsvorschläge.

Entwickelt wurde diese Plattform von dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der KfW Bankengruppe unter der Einbeziehung der Wirtschaft und Kreditwirtschaft, darunter z.B. der BVR. Das Projekt entstand im März 2018.

Die Plattform soll potentielle Unternehmensgründer oder Start-ups mit dem entsprechenden Geschäftsvorhaben im Gründungsprozess digital unterstützen.

Fünf aufeinander aufbauende interaktive Einzelmodule stehen dem Plattformnutzer zur Verfügung. Hier haben die Banken, die Möglichkeit, dem Gründer an geeigneter Stelle Leistungen und Produkte anzubieten. Des Weiteren ist eine Kontaktaufnahme zwischen dem Plattformnutzer und der Bank möglich. Durch Abgleich der vom Gründer in das Portal eingegebene Postleitzahl als Standort für sein Gründervorhaben und der von den Banken hinterlegten Postleitzahl ihres Geschäftsgebiets erfolgt die jeweilige regionale Zuordnung der Partner zu Anfragen.

Die fünf Plattformmodule setzen sich wie folgt zusammen:

  • Einstieg und Motivation (hier sind z.B. Videos über passende Unternehmer zur Gründerpersönlichkeit)
  • Ideenfindung und -strukturierung (strukturierte Erfassung, Entwicklung, Verbesserung und Überprüfung der Geschäftsidee des Gründers)
  • Geschäftsmodellentwicklung und – überprüfung
  • Businessplanentwicklung/-überprüfung (unter Anwendung von Kalkulationshilfen und Beispielen)
  • Förderung/Finanzierungsanfrage (hier werden passende Fördermöglichkeiten des Bundes und der Länder sowie der Bürgschaftsbank angezeigt. Darüber hinaus enthält der potentielle Gründer die Kontaktdaten einer „Hausbank“ vor Ort)

In Modul 5 des Portals kann die „Hausbank“ die aus ihrer Sicht notwendigen und einzureichenden Unterlagen festlegen und eigene Formulare zum Befüllen durch den Gründer bereitstellen. Die Gründerplattform lässt als Zeitraumangabe für die Bank fünf Bankarbeitstage bis zur ersten Kontaktaufnahme zum Gründer zu.

Die Vorteile für den Gründer möchte ich im Folgenden kurz aufführen:

Der Gründer bekommt konkrete Hilfe beim Erstellen seines Businessplans durch Erklärvideos, Kalkulationsrechner, Tipps und Best Practice Beispiele. Er hat darüber hinaus maßgeschneiderte Informationen zu Fördermitteln und einen Ansprechpartner bei seiner individuellen Finanzierung. Außerdem erhält der Gründer eine rasche Rückmeldung durch die Bank. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos.

Auch die Bank hat gewisse Vorteile, weshalb wir uns – als Volksbank Bühl – für die Einbindung an die Plattform zum 01.09.2018 entschieden haben.

Als Bank wird man Teil einer durchgängigen digitalen Arbeitsumgebung – von der Ideenfindung über die Geschäftsmodell- und Businessplanentwicklung bis zur Förder- und Finanzierungsanfrage. Nach der Finanzierungsanfrage kann es zu einem qualifizierten Kundengespräch kommen. Vor diesem Termin hat der Berater alle nötigen Unterlagen und Informationen vom Kunden. Demnach enthält das Finanzierungsinstitut hochwertige Finanzierungsanfragen. Außerdem bekommt das Beratungsangebot der Bank eine hohe Reichweite im Internet und ist für Gründer unmittelbar über die Plattform nutzbar. Durch eine Partnerschaft gestalten wir als Bank die Digitalisierung der Gründungsförderung aktiv mit.

Ich denke, dass diese Gründerplattform viele Vorteile für den Gründer und für die Finanzierungsinstitute hat. Meiner Meinung nach könnte die Plattform zukünftig auch so erweitert werden, dass die Bank die Möglichkeit hat, ein Angebot dem Gründer über die Plattform zur Verfügung zu stellen.

Wichtig ist es, diese Plattform dem potentiellen Gründer auch zugänglich zu machen. Wir haben uns als Volksbank Bühl entschieden, die Plattform über die Homepage und die Sozialen Medien zu kommunizieren. Ich denke, dass eine weitere Kommunikationsmöglichkeit auch über die IHK z.B. im Rahmen von Existenzgründungsseminaren sein kann.

Sind Sie neugierig auf weitere Details? Dann schauen Sie sich die digitale Gründerplattform unter: https://gruenderplattform.de/ an.

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Von | 2018-08-23T16:52:07+00:00 23. August 2018|Allgemein|0 Kommentare

About the Author:

Ramona Westermann
Firmenkundenberaterin bei der Volksbank Bühl /// Bachelor of Arts - Fachrichtung Bank

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