Vor einigen Jahren bereits hat der Tech-Gigant Google seine erste Augmented Reality Brille auf den Markt gebracht. (Mehr zum Thema Augmented Reality hier). Nach einigen Tests stand jedoch bereits im Jahr 2015 fest, dass die Brille auf dem Massenmarkt gefloppt war.  Ein Scheiter-Kriterium war unter anderem, dass viele Menschen die Vorstellung als unangenehm empfanden, wenn ihre Gesprächspartner und Bekannten eine Datenbrille tragen würden. Rein technisch war die Brille zudem nicht weit genug entwickelt, um sie den ganzen Tag auf dem Kopf tragen zu wollen. Außerdem gab es heftige Auseinandersetzungen mit internationalen Datenschützern: Die Google Glass hat eine Kamera integriert, die jederzeit filmen kann. Daraufhin verschwand die Brille vorerst aus der Öffentlichkeit und ihr Verkauf wurde eingestellt.

Vor einigen Wochen präsentierte die Software-Firma Plataine bei einer Konferenz in San Francisco den Nachfolger: die Google Glass Enterprise Edtion, mit einer neuen Zielgruppe, neuem Design und überarbeiteter Software.

Die Zielgruppe ist nun nicht mehr der Massenmarkt, sondern Unternehmen und Fabriken, besonders Arbeiter in der Fertigung. Auch Volkswagen und DHL sollen zu den Unternehmen zählen, die Google Glass bereits im Einsatz haben. Dank einer neuen App der Firma Plataine ist das besondere an der neuen Version, dass sie mit künstlicher Intelligenz versehen ist und das gesprochene Wort versteht.

Das israelische Unternehmen hat die Anwendung in Kooperation mit der KI-Abteilung von Google entwickelt. Die Software verwendet die KI-Dienste von Google, um etwa Anfragen von Fabrik-Arbeitern per Sprachsteuerung zu verarbeiten und die gewünschten Informationen auf dem AR-Display anzuzeigen. App und Brille sollen dann beispielsweise einem Fabrikarbeiter helfen können, Materialien und Produkte im Lagerraum zu finden.  Die dabei gesammelten Daten werden in die Produktions-Datenbank integriert, die ebenfalls von Plataine angeboten wird. Zudem wird die Brille über eine Bilderkennungs-Software verfügen, die Google mit Partnern, wie Boeing und Airbus entwickelt. Auch der Bilderkennungs-Service aus der Google-Cloud, soll später noch in die App integriert werden.

Quelle: Google Glass

Die Komplexität der Smart Glass erscheint auf den ersten Blick gering. Durch die Sprachbefehle und die schnelle und intuitiven Bedienungsmöglichkeiten, findet die Glass bei den ersten Tests schnell Befürworter unter den Testern. Eine Funktion treibt jedoch Unsicherheit und Konfliktgehalt hoch. Durch die Möglichkeit, dass sich der Vorgesetzte problemlos auf die Brille schalten kann, um zu sehen, was seine Mitarbeiter sehen und wo sie sich befinden, gibt es ein hohes Missbrauchspotenzial, welches nicht zu unterschätzen ist.

Der Einsatz von KI und die Nutzung von Sprachsteuerung in der Bankenwelt ist bereits Realität. Der Sprachassistent Alexa als zusätzlicher Kommunikationsweg mit dem Kunden wird bereits vereinfacht in der Praxis angewandt. Auch die Möglichkeiten, die die Künstliche Intelligenz bietet, wie z.B. bei Chatbots oder auch im Rechnungswesen bei der automatischen Überprüfung der gestellten Rechnungen mit den Zahlungseingängen mit Hilfe von Algorithmen, sind schon lange keine Theorie in ferner Zukunft mehr.

Weitere Blogbeiträge zu KI finden Sie hier:

Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche

Künstliche Intelligenz – Trends 2018

Ob sich jedoch die Google Glass auch im Bankensektor seinen Platz verschaffen wird,  ist unklar, da hier der Datenschutz und das Vertrauen der Kunden in ihre Bank und die Sicherung ihrer Daten eine noch wichtigere Rolle spielt. Vorstellbar wäre ein Einsatz im internen Bereich beim Durchführen der Inventur oder bei der Pflege der Anlagebuchhaltung. Das wichtigste Ziel, die Effizienzsteigerung, muss hierbei untersucht werden und ob sich die Investitionen, die mit einer Einführung einhergehen würden, lohnen. Da die Google Glass jedoch auch ein hohes Maß an Konfliktgehalt mit sich bringt, sehe ich den Einsatz in naher Zukunft als sehr unwahrscheinlich an.

 

Quellen:

Google Glass lebt!

Entwicklung Google Glass

 

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Von | 2018-10-17T09:17:12+00:00 7. September 2018|Innovationen|0 Kommentare

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Anna Wößner
Controlling & Rechnungswesen bei der Volksbank Bühl /// Bachelor of Arts, Fachrichtung BWL Bank

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